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Auszubildende initiieren Typisierungsaktion

Sehnde Auszubildende initiieren Typisierungsaktion

Einsatz für die Menschlichkeit: Die Auszubildenden der Rewemärkte in Sehnde, Burgdorf und Hohenhameln veranstalten am Freitag und Sonnabend, 2. und 3. September, in Sehnde eine Aktion zugunsten des Norddeutschen Knochenmarkspenderegisters. Typisieren lassen können sich Besucher auf dem Supermarktparkplatz an der Peiner Straße.

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Die Rewe-Azubis organisieren die Typisierungsaktion mit reichem Programm rund um Fitness und Gesundheit.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. "Die Idee kommt von den Azubis", sagt Joshua Janssen, seines Zeichens Abiturient und Minijobber bei der Einzelhandelskette in Sehnde. Persönliche Betroffenheit in zwei Fällen sei es gewesen, die den Ausschlag für die großangelegte Aktion im Rahmen des Azubiprojektes 2016 gegeben habe. "Ein Freund von mir ist gerade in Behandlung wegen Leukämie und hat Stammzellen bekommen." Und auch im Familienkreis eines Auszubildenden in Burgdorf gebe es einen Fall von Blutkrebs. "Wir wollen die Leute aufrütteln", sagt Janssen.

Weil sein Freund über das Norddeutsche Knochenmarkspenderegister (NKR) versorgt worden sei, habe er dahin Kontakt aufgenommen. Das NKR ist eines der größten, überregional arbeitenden Stammzellspender-Register in Deutschland. "Wahrscheinlich werden Mitarbeiter vor Ort sein, und ich selber kümmere mich auch um die Typisierungsaktion."

Zwischen 200 und 500 Sets werde man zur Verfügung haben. "Eigentlich sind mir das viel zu wenig, weil man hofft, dass möglichst alle mitmachen", sagt Janssen angesichts eines Kundendurchflusses von etwa 6000 Menschen täglich: "Aber manche sind zu alt, manche zu jung und manche einfach skeptisch." Das hat er selbst bereits erfahren: "Als wir eine kleinere Aktion gemacht haben, waren viele abweisend, weil sie dachten, ich will ihnen etwas verkaufen oder Geld haben."

Spenden seinen natürlich erwünscht, weil das NKR darauf angewiesen sei. Wer sich typisieren lassen will, könne dies aber selbstverständlich kostenlos tun. Um trotzdem Geld für das NKR zu generieren, haben sich die elf Auszubildenden einiges einfallen lassen und bei Vereinen und Verbänden kräftig die Klinken geputzt.

"Es gibt ein buntes Rahmenprogramm, bei dem sich alles um Gesundheit und Fitness dreht", sagt Filialleiter Sascha Ullah. Das benachbarte Fitnesstudio zeigt kleine Übungen für den Alltag zu Hause, Kinder lernen gesunde Ernährung, es gibt eine Hüpfburg und eine Tombola, die Auszubildenden bieten Kartoffeldruck auf umweltfreundlichen Jutetaschen an, und der Arbeiter-Samariter-Bund wird mit einem Fahrzeug vor Ort sein. Für Essen und Trinken sorgen die jungen Leute auf dem Parkplatz des Sehnder Rewe-Marktes ebenfalls. "Sämtliche Einnahmen kommen dem NKR zugute", verspricht Janssen.

Die Typisierungsaktion auf dem Rewe-Parkplatz, Peiner Straße 37 (früher 45), dauert am Freitag und Sonnabend jeweils von 10 bis 17 Uhr.

 Typisiert - und dann?

Für die Typisierung wird mit einem Wattestäbchen ganz unkompliziert ein Abstrich von der Wangenschleimhaut gemacht. Registrieren lassen können sich alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren. Neben Erkrankungen unter anderem des Herz-Kreislaufsystems, des Blutes und der Nieren sind auch Unter- und Übergewicht Ausschlusskriterien.

Wer sich hat typisieren lassen, wird in das Register aufgenommen. Wenn seine Gewebemerkmale mit dem eines Leukämiepatienten übereinstimmen, wird er als möglicher Stammzellspender benachrichtigt. Eine Pflicht zu spenden, besteht jedoch nicht. Man kann sich auch jederzeit ohne Angabe eines Grundes sperren oder wieder löschen lassen.

Stammzellen sind die Mutterzellen aller Blutzellen und werden im Knochenmark der großen Knochen gebildet. Mehr als 95 Prozent der zur Transplantation benötigten Stammzellen werden aus dem zirkulierenden Blut gewonnen. Durch die Gabe eines Hormons über fünf Tage wird das Knochenmark zu einer vermehrten Bildung von Stammzellen angeregt. An einem bis zwei Tagen werden sie für je etwa fünf Stunden aus dem Blut herausgefiltert. Für diese Art der Spende ist weder eine Narkose noch ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Als Nebenwirkungen können bei dieser Methode grippeartige Symptome während der Zeit der Hormongabe auftreten.

Von Sandra Köhler

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