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Bauvorhaben in Evern liegt auf Eis

Evern Bauvorhaben in Evern liegt auf Eis

Thorsten Bartel ist sauer. Der Rethmarer möchte in Evern ein geerbtes Haus modernisieren und aufstocken. Dafür müsste die Stadt Sehnde aber den Bebauungsplan (B-Plan) ändern. Bartel hat dafür bei der Stadt mehrfach angefragt, aber bisher keine für ihn befriedigende Antwort bekommen.

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Thorsten Bartel möchte seinen Bungalow in Evern aufstocken. Der Bebauungsplan sieht jedoch keine zweigeschossige Bauweise vor – und das, obwohl die Nachbarhäuser rechts im Hintergrund auch höher sind.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. „Die Stadt bewegt sich nicht“, schimpft Bartel. Mit der Sanierung und Erweiterung des 45 Jahre alten Bungalows möchte er schnellstmöglich beginnen. Eine zweigeschossige Bauweise sieht der B-Plan aus dem Jahr 1967 jedoch nicht vor. „Und das, obwohl die Nachbarhäuser mitunter zweigeschossig sind“, merkt Bartel an.

Sein Bauvorhaben hat er der Verwaltung Ende 2013 vorgestellt. Auf seine Bauvoranfrage Anfang Februar 2014 bekam er vier Wochen später einen negativen Vorentscheid. Es folgten Telefonate, Mails und Treffen mit Fachbereichsleitern und dem Bürgermeister. Mitte März hat Bartel den offiziellen Antrag auf Änderung des B-Plans gestellt.

Bartel hat fünf Mietwohnungen geplant. Er und seine Frau möchten sich damit eine Altersvorsorge aufbauen und obendrein bezahlbaren Wohnraum für die Bürger schaffen. „Mich ärgert, dass die Stadt das nicht wertschätzt und mein Anliegen nicht unterstützt“, sagt Bartel. Schließlich sei die Situation auf dem Wohnungsmarkt doch gerade jetzt angespannt, weil auch immer mehr Flüchtlinge untergebracht werden müssten.

Auch der Ortsrat Dolgen, Evern und Haimar hatte unlängst einstimmig die Änderung des B-Plans empfohlen. „Der Bereich soll ja sowieso irgendwann überplant werden“, sagt Ortsbürgermeister Konrad Haarstrich. Einerseits könnten damit dort Baulücken geschlossen werden, andererseits würde mit Bartels Bauvorhaben neuer Wohnraum geschaffen werden. Letztlich müsse jedoch die Verwaltung entscheiden, sagt Haarstrich.

Bartel hat jedoch den Eindruck, dass die Stadt überfordert ist. „Man war hilflos und wenig bemüht und hat auf meine Termingesuche und Rückrufbitten meistens gar nicht reagiert“, sagt er. Mit einer negativen Antwort auf seine Anfrage zur B-Plan-Änderung könne er wohl oder übel leben. „Aber ich brauche endlich überhaupt eine Antwort“, betont Bartel.

Stadt: „Können keine Einzelinteressen verfolgen“

Die Stadt kann Thorsten Bartel derzeit noch kein grünes Licht für sein Bauvorhaben geben. Damit der Rethmarer in Evern ein Haus zweigeschossig aufstocken könnte, müsste der Bebauungsplan geändert werden. „Wegen einer einzelnen Privatperson fassen wir den Plan aber nicht an“, sagt Fachdienstleiter Godehard Kraft. Dies gehe nur in Ausnahmefällen, wenn die Änderung im öffentlichen Interesse liege. „Wir müssen städtebaulich denken und können nicht die Interessen eines Einzelnen verfolgen“, sagt Kraft. Das schreibe auch das Baugesetzbuch vor. Zu den Akten hat die Verwaltung den Fall aber nicht gelegt. Die Stadt habe nämlich selbst Interesse daran, den Bebauungsplan für das gut 7,6 Hektar große Areal zu ändern. Im Vorfeld müssen jedoch noch viele Dinge geklärt werden. Unter anderem sollen Grundstücke vermarktet werden. Gespräche mit Grundstückseigentümern haben laut Kraft bereits stattgefunden, ein Ergebnis gibt es aber noch nicht. „Solche Angelegenheiten sind sehr komplex, kosten viel Zeit und sind nicht so einfach, wie der Laie sich das vielleicht vorstellt“, sagt Kraft. Sobald alles Notwendige geklärt sei, könne das Bauleitplanverfahren aber eingeleitet werden. Wann das genau ist, kann Kraft nicht sagen. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.

Von Katja Eggers

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