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Wahrendorff macht Lust auf Pflegeberufe

Sehnde Wahrendorff macht Lust auf Pflegeberufe

Psychiatrische Pflege ist spannend und abwechslungsreich - das haben 44 Schüler am Donnerstag im Klinikum Wahrendorff beim bundesweiten Zukunftstag erfahren. In Köthenwald blickten sie nicht nur hinter die Kulissen, sondern lernten auch die Bewohner kennen - und bauten dabei so manches Vorurteil ab.

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Blick in die Werkstatt: Elias (11) verpackt mit einem Bewohner zusammen Knäckebrot und lässt sich von der Auszubildenden Kimberly Giese zeigen, worauf es dabei ankommt.

Quelle: Katja Eggers

Köthenwald. In der Holzwerkstatt saßen die Elf- bis 16-Jährigen mitten unter den Bewohnern und verpackten zusammen Knäckebrot. In der Kunstwerkstatt wurde gemeinsam gemalt, im Heimbereich durften sich die Schüler gegenseitig den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel messen.

Über das aktive Mitmachen und den direkten Kontakt mit den Bewohnern sollen mögliche Vorurteile abgebaut werden. "Die Schüler erleben, dass man vor Psychiatriepatienten keine Angst haben muss und dass diese oft eine ganz liebevolle, frische und direkte Art haben", erklärte Psychologin Andrea Kath aus dem Bereich der Pflegedienstleitung.

Workshops, Führungen und ein Film dienten beim Zukunftstag zudem dafür, den Schülern Lust auf Pflegeberufe zu machen und zu zeigen, wie vielseitig die Arbeit mit Menschen sein kann. Für viele seien Pflegeberufe immer noch unattraktiv. "Viele denken, dass man da nur Windeln wechseln, Popos und Sabber abwischen muss", sagte Kath. Gerade in der Psychiatrie komme es aber weniger auf körperliche Pflege als viel mehr auf Kommunikation an.

Wünschen würde man sich bei Wahrendorff, dass künftig auch mehr Jungen in der Pflege arbeiten. Weil es im Klinikum männliche und weibliche Bewohner gibt, sei es auch wichtig, dass diese sowohl von Frauen als auch von Männern betreut werden. "Männer haben zu Männern und Frauen zu Frauen oft einen besseren Draht", betonte Günter Pöser, Leiter der Heiminternen Tagesstruktur.

Im Klinikum sind laut Kath derzeit 25 Prozent der Mitarbeiter in der Pflege männlich. Dass unter den 44 Teilnehmern am Zukunftstag immerhin 18 Jungen waren, freute Kath umso mehr. Dem elfjährigen Elias hat der Tag im Klinikum viel Spaß gemacht. "Ich kann mir durchaus vorstellen, später mal in einem Pflegeberuf zu arbeiten", sagte er.

Lukas Kramm hat sich derweil schon für eine Ausbildung in der Pflege entschieden. Im Klinikum Wahrendorff ist er derzeit im zweiten Ausbildungsjahr zum Heilerziehungspfleger. "Mir gefällt dabei vor allem der Kontakt zu den Menschen und die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen", sagte der 22-Jährige. Erste Erfahrungen in der Pflege hat er vor seiner Ausbildung in einem Praktikum gesammelt. "Und das hat mir gleich so gut gefallen, dass ich danach auch in der Pflege arbeiten wollte", sagte Kramm.

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Mitmachen statt nur zugucken: Anja Jager erklärt Marie Pesotska (14, links) und Catharina Ernst (15), wie man Blutdruck misst.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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