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Alle warten auf den Gemeinschaftsraum

Sehnde Alle warten auf den Gemeinschaftsraum

Noch bevor das Hotel Zur Linde in Höver zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wurde, hatten bereits anonyme Flugblätter vor angeblichen Gefahren der Zuwanderung "gewarnt" - doch nichts davon ist eingetreten. Beim ersten Austausch zwischen Bewohnern und Anliegern lobten beide Seiten die gute Nachbarschaft.

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Im Hotel Zur Linde in Höver leben derzeit 79 Flüchtlinge aus zehn Nationen.

Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Höver. Erstmals hatte die Arbeiterwohlfahrt, die die Unterkunft seit Februar betreut, direkte Anwohner offiziell eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen - und so gut wie alle kamen. "Das war wirklich schön", urteilt Einrichtungsleiterin Franziska Burbulla. Man habe mit der Nachbarschaft bislang nur positive Erfahrungen gemacht, Anfeindungen gebe es keine. Derzeit leben dort 79 Personen aus zehn Nationen.

Das zeige etwa die spontane Bereitschaft einer Höveranerin, sich um eine junge Mutter mit ihrem Neugeborenen zu kümmern. Und Schützenchef Wolfgang Großmann bot den Flüchtlingen an, auf dem Weihnachtsmarkt am 26. November einen eigenen Stand aufzubauen. "Wegen des guten Miteinanders werden wir das Treffen auf jeden Fall wiederholen", kündigt Burbulla an.

 Gut läuft bereits das gestern gestartete Internetcafé. "Das ist wichtig, damit die Menschen Kontakt nach Hause halten oder sich eine Wohnung suchen können", verdeutlicht Burbulla. Dies Angebot soll künftig dienstags und freitags von 15 bis 18 Uhr auch anderen Flüchtlingen zur Verfügung stehen, wo es kein Internet gibt.

Was dringend benötigt wird, ist ein Gemeinschaftsraum. Doch dafür fehlt immer noch die Baugenehmigung für die Außentreppe. Man behelfe sich in einem Appartement mit zwei Zimmern. Dort finden die Deutschkurse statt. Ortsratsmitglied Elisabeth Schärling will der Stadt dennoch mehr Druck machen: "Das sollte doch schon im Februar fertig sein." Überhaupt fragt sich Schärling, wie man in den nächsten sechs Jahren, die die Stadt das Hotel angemietet hat, mit den Ehrenamtlichen umgehen wolle: "Das können die nicht solange umsonst machen, wir müssen über eine Aufwandsentschädigung nachdenken."

Von Oliver Kühn

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