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Bilmer wehren sich gegen Ortsumgehung

Sehnde Bilmer wehren sich gegen Ortsumgehung

Der Protest nimmt zu: Rund 90 Bürger haben sich an der Kreisstraße zwischen Bilm und Ilten getroffen und ihren Unmut über die geplante Ortsumgehung für Ilten zum Ausdruck gebracht. Auch die Unterschriftenlisten gingen noch einmal herum - rund 600 Bürger haben bereits unterzeichnet.

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Die Bilmer protestieren an der Kreisstraße 140 mit einer riesigen Strohpuppe gegen die geplante B-65-Ortsumgehung.

Quelle: Katja Eggers

Bilm. Die Bürger hatten viele Ängste und Fragen. Sie beklagten, dass die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans vorgesehene Ortsumgehung westlich von Ilten die Natur beeinträchtigt sowie als Ausweichstrecke für die A 2 noch mehr Autoverkehr als bisher und obendrein viel Lärm für Bilm mit sich bringt.

Die Frage, wie eine Lärmschutzmaßnahme aussehen könnte, beantwortete Bilms Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer: "Wir würden dann vermutlich auf der einen Seite gegen eine Lärmschutzwand und auf der anderen Seite gegen den Erdwall des Mergelabbaugebietes von Holcim gucken."

Für Christiane Weiß bedeutet eine Ortsumgehung weniger Freiraum für ihre Kinder: "Inlinerfahren in der Feldmark würde wegfallen." Die Iltenerin befürchtet zudem eine Entwertung ihres Grundstücks - ihr Haus stünde direkt an der geplanten Trasse.

Andere Bürger sorgten sich, dass Bilm durch die Entlastungsstraße von der Infrastruktur in Ilten komplett abgehängt würde. Ernst-August Laas, Inhaber der einzigen Tankstelle in Ilten, sieht durch die etwaige Westtangente sogar seine Existenz bedroht. "Wenn die Umgehung kommt, kann ich dicht machen. Dann bricht mir der ganze bisherige Durchgangsverkehr weg."

Neubilmer Oliver Leven kritisierte, dass die Pläne nicht durchdacht sind. "Dieser Bau wurde am Reißbrett formuliert, die geplante Lösung ist nicht an die Gegebenheiten vor Ort angepasst", schimpfte er. Bewohner aus nördlich und östlich gelegenen Orten müssten bei einer Umgehung westlich von Ilten nach wie vor durch Ilten fahren, um zur Umgehung zu gelangen. Sinnvoller sei eine Entlastungsstraße, die östlich um Ilten herum führen würde.

Bodo Ossenkop aus Bilm fand eine Ausweichstrecke für die A 2 hingegen generell nicht sinnvoll: "Das Problem muss da gelöst werden, wo es verursacht wird, nämlich auf der Autobahn." Da könne man drei oder vier Entlastungsstraßen bauen, Unfälle und Staus auf der A 2 würde es trotzdem geben. Ossenkop plädierte dort für ein Überholverbot für Lastwagen und Abstandskontrollen.

Ostermeyer forderte die Bürger auf, am Dienstag, 19. April, um 17 Uhr zur Ortsratssitzung in Bilm sowie um 18 Uhr zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Sehnder Rathaus zu kommen.

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Von Katja Eggers

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