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Bund zeigt sich bei Assewasser selbstkritisch

Lehrte Bund zeigt sich bei Assewasser selbstkritisch

Mit einem Infomobil hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Freitag in Lehrte über die mögliche Einleitung von Wasser aus dem Atomendlager Asse ins Sehnder Bergwerk Friedrichshall informiert. In Sichtweite sammelte die Bürgerinitiative (BI) "Assewasser - Nein Danke" Unterschriften gegen das Vorhaben.

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Nur wenige Bürger nutzen das Angebot, sich über das Assewasser zu informieren.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Vielleicht lag es am Wetter: In den ersten fünf Stunden haben nur knapp ein Dutzend Passanten das Angebot genutzt. Manuel Wilmanns, Leiter der Infostelle Asse, ist dennoch zufrieden: "Für uns ist es wichtig, gesehen und wahrgenommen zu werden." Wilmanns betonte, dass das in die Schachtanlage bei Wolfenbüttel eindringende Wasser nicht mit radioaktiven Abfällen in Kontakt komme: "Es ist deshalb radioaktiv unbedenklich und enthält weniger Tritium als Trinkwasser oder Flüsse." Gleichzeitig zeigte sich der Leiter der Infostelle selbstkritisch. In der Vergangenheit sei die Informationspolitik nicht transparent genug gewesen, wodurch es einen "großen Vertrauensverlust" in der Bevölkerung gebe.

Nach Angaben Wilmanns liegt inzwischen ein Antrag des Betreibers K+S für die Entsorgung des Assewassers vor. Darüber seien der Lehrter und Sehnder Bürgermeister bereits informiert. Als Signal, dass damit nun die Einleitung in Sehnde vorbereitet wird, will Wilmanns das nicht verstanden wissen: "Wir wollen nur die Option vorantreiben." Eine sogenannte Back-up-Lösung sei notwendig, falls bei dem Unternehmen, das derzeit das einsickernde Wasser abnehme, Probleme auftauchen sollten. Eine andere Option, die ebenfalls geprüft werde, sei die Einleitung in die Elbe.

In Sichtweite des Infomobils hatte sich am Freitagmittag die Bürgerinitiative "Assewasser - Nein Danke" postiert. "Wir wollen ein Informationsgleichgewicht schaffen", erklärt Sprecher Bernd Nieding. 15 Unterschriften hat die BI in den ersten beiden Stunden gesammelt. Die Asse habe in der Vergangenheit durch falsche oder zurückgehaltene Informationen viel Vertrauen verspielt, meitn Nieding. So sei etwa immer gesagt worden, dass das Atomendlager trocken bleibe und dort kein Plutonium hinein komme - doch inzwischen lagerten in der Tiefe 30 Kilogramm des hochradioaktiven Materials.

Darüber hinaus hat sich jetzt auch die Regionsfraktion der Grünen eingeschaltet. „Wir wollen genau wissen, was sich im Wasser aus der Asse II befindet, bevor dieses in Sehnde eingeleitet wird“, sagt der umweltpolitische Sprecher Ulrich Schmersow. Selbst leicht radioaktiv belastetes Wasser dürfe nicht im Bergwerk Friedrichshall entsorgt werden. Schmersow forderte zudem, dass alle Untersuchungsergebnisse, die Zusammensetzung der Salzlösung sowie deren Transport und Überprüfung öffentlich gemacht werden müssten.

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Von Oliver Kühn

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