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Wird Doppelnutzung von Klassenräumen möglich?

Sehnde Wird Doppelnutzung von Klassenräumen möglich?

Das Problem kennen viele Kommunen: Sie suchen händeringend nach Räumen für die nachschulische Betreuung, während Klassenzimmer nachmittags leer stehen. Doch eine Doppelnutzung untersagt das Kindertagesstättengesetz. Das will die CDU/FDP-Gruppe im Rat ändern - mit einer Resolution an die Landesregierung.

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Auch in der Grundschule Höver würde die Stadt gerne Klassenräume am Nachmittag nutzen.

Quelle: Michael Schütz (Archiv)

Sehnde. Das bereits 25 Jahre alte Gesetz für Kindertagesstätten in Niedersachsen verbietet eine sogenannte Doppelnutzung, also die Nutzung von Klassenräumen für eine nachschulische Betreuung wie etwa einen Hort. "Das führt dazu, dass viele Klassenräume in den Sehnder Schulen nach dem Schulschluss leer stehen", kritisiert der CDU-Fraktionschef und Gruppensprecher Klaus Hoffmann. Gleichzeitig habe die Stadt einen "erheblichen Raumbedarf" für die nachschulische Betreuung, der momentan nicht gedeckt werden könne. Außerdem entstünden in vielen Fällen zusätzliche Wege für die Hortkinder, da Schule und Hort wegen der Gesetzeslage nicht immer in räumlicher Nähe zueinander lägen.

Derzeit würden Schule und Hort getrennt betrachtet und eine Doppelnutzung aus pädagogischen Gründen abgelehnt, moniert Hoffmann. Die Kinder sollen zwischen Schule als Pflicht und Freizeit im Hort klar unterscheiden können. "Dieser pädagogische Ansatz impliziert eher eine negative Betrachtung von Schule und Pflicht." Pädagogisch sinnvoll könne genauso gut die Verbindung von "Schule als Ort von Pflicht und Freizeit" sein. Die strikte Trennung sei extrem unwirtschaftlich und führe zu hohen Ausgaben bei den Kommunen. Die Lösung könnte ein sogenannter kooperativer Hort sein, bei dem der Hort in Schulräumen untergebracht ist.

Um eine Betreuung in Unterrichtsräumen am Nachmittag zu ermöglichen, will die CDU/FDP-Gruppe eine Resolution in den Sehnder Rat einbringen. Darin werden die niedersächsische Landesregierung und der Landtag aufgefordert, das Kindertagesstättengesetz entsprechend zu ändern. „Wir möchten mit diesem Antrag ein Zeichen setzen und der Landesregierung deutlich machen, wie akut die Not in den Kommunen ist", sagt Hoffmann. Auch die CDU-Ratsfrau Heike Benecke, Mitglied im Ausschuss für Kindertagesstätten und Jugend, fordert, dass die Stadt in die Lage versetzt werden muss, dem Bedarf der Eltern in Sehnde gerecht zu werden und eine "pädagogisch wertvolle Betreuung" zu ermöglichen.

Hoffmanns Parteifreund, Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, hatte bereits kürzlich bei einem Besuch im Landtag auf das Problem aufmerksam gemacht. Vom kulturpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Politze, und der Sehnder SPD-Abgeordneten Silke Lesemann hatte er aufgrund der Raumnot "praktische Übergangslösungen" gefordert. Politze hatte dabei signalisiert, dass das Problem erkannt sei.

Von Oliver Kühn

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