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Rethmarer fürchten um dörflichen Charakter

Sehnde Rethmarer fürchten um dörflichen Charakter

Rethmar soll zwei neue Baugebiete bekommen. Die Pläne sind jetzt in einer öffentlichen Fraktionssitzung der CDU/FDP-Gruppe im Gutshof vorgestellt worden. Die Zuhörer durften Bedenken und Wünsche äußern. Sie sorgten sich unter anderem, dass der Ort seinen dörflichen Charakter verlieren könnte.

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Fragen, Wünsche und Bedenken: Die CDU/FDP-Gruppe im Rat der Stadt Sehnde lässt in ihrer öffentlichen Fraktionssitzung im Gutshof Rethmar die Zuhörer zu Worte kommen.

Quelle: Katja Eggers

Rethmar. Durch die neue Siedlungsentwicklung werde Rethmar immerhin um ein Viertel größer, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender und Gruppensprecher Klaus Hoffmann: "Da kommt einiges auf den Ort zu."

Die Pläne für die potenziellen Baugebiete stellte der städtische Fachdienstleiter Godehard Kraft vor. Rethmar soll im Westen ein 17,4 Hektar und im Osten ein vier Hektar großes Neubaugebiet bekommen. Beide sind im aktuellen Flächennutzungsplan noch als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen, die Pläne müssen daher geändert werden. Im westlichen Teil könnten 100 neue Wohneinheiten entstehen, im östlichen weitere 30 bis 40. "Es geht jetzt darum, die neue Siedlungsentwicklung zu begleiten und Einfluss auf die Erschließung und Gestaltung zu nehmen", betonte Hoffmann und ermunterte die rund 30 Zuhörer, ihre Ängste und Wünsche zu äußern.

Die Gäste hatten vor allem Fragen und Anmerkungen zur baulichen Gestaltung, Verkehrsführung und zeitlichen Realisierung. Unter anderem äußerten sie den Wunsch, dass der Ort bei der baulichen Gestaltung nicht seinen dörflichen Charakter verlieren dürfe. Die Stadt solle zudem darauf achten, dass in den Neubaugebieten nicht zu dicht und zu hoch gebaut wird. "Bitte kleistern Sie Rethmar nicht mit Häusern zu", sagte eine Zuhörerin zu Kraft.

Die Fragen nach dem Termin für den ersten Spatenstich und die Anzahl der Bauabschnitte beantwortete Kraft nur vage: "Wir sind noch ganz am Anfang." Wenn die Stadt 2018 Planungsrecht habe, könne sie in der zweiten Jahreshälfte in die Erschließung gehen. Langfristig sei die Planung auf 2020 oder 2030 ausgelegt. In wie vielen Bauabschnitten gebaut werde, hänge auch von der Nachfrage ab. "In Sehnde ist die Nachfrage nach Baugrundstücken derzeit sehr stark, allein im Neubaugebiet Kleines Öhr in Sehnde zählen wir rund 400 Bewerber."

Die potenziellen Baugebiete sorgten jedoch auch für Unmut. So wollte ein Zuhörer wissen, warum die Stadt überhaupt neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausweist und nicht erst die Baulücken schließt oder sich um "den Schandfleck" Keramische Hütte kümmert. Kraft antwortete, dass die Verwaltung von den 100 Baulücken im Stadtgebiet nur gerade einmal zehn Prozent anbieten könne. "Die anderen Grundstücksbesitzer wollen nicht." Auch die Industriebrache Keramische Hütte sei in Privatbesitz, der Stadt seien dort daher die Hände gebunden.

Auf die Frage eines Zuhörers, ob Rethmar überhaupt wachsen müsse, verwies Kraft auf den Ortsrat: "Die Mitglieder haben sich eindeutig für weitere Siedlungsentwicklung in Rethmar ausgesprochen." Sehnde wolle dort wachsen, wo bereits eine gute Infrastruktur vorhanden sei. "Und in Rethmar ist dies der Fall." Weitere Wünsche der Zuhörer waren Grün- und Ausgleichsflächen. Sorge bereitete zudem die Verkehrsanbindung. "Die Straßen sind ja jetzt schon überlastet", hieß es aus dem Publikum. Kraft erklärte, dass es sowohl im Westen als auch im Osten eine weitere Anbindung an die B 65 geben werde. Wo genau, müsse noch geklärt werden.

Der Fachdienstleiter machte sich in der Sitzung Notizen zu den Redebeiträgen. Zusammen mit Hoffmann ermunterte er die Zuhörer, auch künftig Einfluss auf die Planungen zu nehmen. Im Rat sind Rethmars Neubaugebiete am 18. Mai auf der Tagesordnung.

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Im westlichen Teil Rethmars könnten 100 neue Wohneinheiten entstehen, im östlichen weitere 30 bis 40.

Quelle: HAZ-Grafik: Llorens

Von Katja Eggers

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