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Streit über Zeitplan für Ganztagsschule Ilten

Sehnde Streit über Zeitplan für Ganztagsschule Ilten

Dass es in Ilten eine Ganztagsgrundschule geben soll, ist unumstritten. Doch CDU und SPD können sich nicht auf einen Zeitplan verständigen. Zudem wurde aus einer Elternabfrage deutlich, dass vielen die Betreuungszeit bis 15.30 Uhr nicht reicht und unter anderem ein Ferienbetreuung nötig sind.

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Die Wilhelm-Raabe-Grundschule in Ilten soll Ganztagsgrundschule werden - wann, ist in der Politik aber noch strittig.

Quelle: Oswald-Kipper (Archiv)

Ilten. Fachbereichsleiter Wolfgang Bruns stellte die Elternbefragung am Dienstagabend im Schulausschuss vor. Von 210 Fragebögen kamen 161 zurück. Weil in vielen Familien beide Elternteile arbeiten, gaben gut 60 Prozent an, dass sie eine Nachmittagsbetreuung brauchen - davon 21 Prozent bis 16 Uhr und fast 24 Prozent sogar bis 17 Uhr. Das hat selbst Schulleiterin Regina Hecht überrascht: "Das finde ich viel, damit hätte ich nicht gerechnet."

Noch größer ist der Druck offenbar in den Schulferien: Dort brauchen sogar 71 Prozent der Eltern eine Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder, davon knapp ein Viertel bis 16 und ein Viertel bis 17 Uhr. Der Schulvorstand hat bereits festgestellt, dass diese langen Betreuungszeiten durch eine Ganztagsschule nicht geleistet werden können. Deshalb müsse es ein nachschulisches Angebot in der Schul- und eine Betreuung in der Ferienzeit geben. Um dies zu ermitteln, stehen im Haushalt bereits 15.000 Euro zur Verfügung. Auch Investitionen seien nötig, machte Bruns deutlich, da die benötigten Räume dort fehlen.

Der Rat hatte bereits vor einem Jahr beschlossen, dass neben Höver, wo die Genehmigung bereits vorliegt, auch Ilten Ganztagsgrundschule werden soll. Doch über den Zeitplan gab es Kontroversen im Schulausschuss. "Wir wollen nichts übers Knie brechen", sagte Klaus Hoffmann, Sprecher der Gruppe CDU/FDP, nicht zuletzt mit Blick auf die Kosten. In Höver schlägt die Umwandlung mit 1,6 Millionen Euro zu Buche. Vor einer Festlegung müssten deshalb sowohl ein pädagogisches Konzept als auch Baupläne vorliegen. Gleiches gelte für die nachschulische Betreuung.

Das ging Wolfgang Toboldt (SPD) gegen den Strich: "Damit wird alles wieder nach hinten verschoben." Es sei doch allen klar geworden, dass viele Eltern eine nachschulische Betreuung von 15.30 bis 17 Uhr sowie eine Ferienbetreuung brauchen. In Lehrte sei dies bereits auf den Weg gebracht. Dort hatte der Rat einen pädagogischen Spätdienst von 15.30 bis 17 Uhr beschlossen, der 60 Euro im Monat kostet. Seine Fraktion wünsche sich eine Umsetzung zum 1. August 2019. 

Ob dieser Zeitplan zu halten ist, muss sich zeigen. Schulleiterin Hecht sagte, dass die Schule einer Ganztagsschule zwar grundsätzlich positiv gegenüberstehe, nach dem Ausfall zweier Kolleginnen wegen Schwangerschaften aber Zeit brauche, um erst einmal ein Leitbild und ein Schulprogramm auszuarbeiten. Zudem hätten sich viele Eltern wegen der längeren Betreuungszeiten für den Hort ausgesprochen: "Viele sind verunsichert, ob die nachschulische Betreuung funktioniert."

Von Oliver Kühn

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