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Mega-Bauprojekt kommt endlich in Gang

Sehnde Mega-Bauprojekt kommt endlich in Gang

In eines der ehrgeizigsten Wohnbauprojekte in Sehnde kehrt neuer Schwung ein. Möglicherweise entstehen auf dem Gelände der alten Keramischen Hütte am Ostrand der Kernstadt schon nächstes Jahr Häuser. Um das rund 28.000 Quadratmeter große Gelände hatte es einen erbitterten Rechtsstreit gegeben.

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Das Gelände der früheren Keramischen Hütte in Sehnde: Nach einer langen Hängepartie sollen schon bald hier Häuser entstehen.

Quelle: Achim Gückel

Sehnde. Schon am Dienstag, 6. Juni, werden sich der Ortsrat sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung in öffentlicher Sitzung mit dem Thema „Keramische Hütte“ befassen. Die Politiker reden dann über eine Änderung des in dem Bereich gültigen Flächennutzungsplans. Zurzeit gilt das Gelände als gewerbliche Baufläche. Um dort die Pläne des hannoverschen Investors Dolphin Trust zu verwirklichen, muss es zur Wohnbaufläche umgewidmet werden. Noch vor den Sommerferien will der Rat diese Änderung auf den Weg bringen.

Schon im Sommer 2013 waren die ersten Pläne für das Gelände der Keramischen Hütte auf den Tisch gekommen. Damals hatte der Investor die Absicht gehabt, seine Vorstellungen ab 2014 zu verwirklichen. Doch daraus wurde wegen zäher Auseinandersetzungen mit den damaligen Nutzern des Geländes so schnell nichts. Vor knapp zwei Jahren bezifferte der Investor sein Bauvorhaben auf 67 Doppel-, Mehrfamilien und Reihenhäuser mit insgesamt 107 Wohneinheiten. Diese sollten zum Teil behinderten- und altengerecht ausgestattet werden.

Der Rat der Stadt Sehnde hatte das Bauprojekt stets begrüßt. Schon 2013 hatte er den Beschluss gefasst, einen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen. Nach den Sommerferien soll das Verfahren dafür nun endlich beginnen, sagt Godehard Kraft, Fachdienstleiter bei der Stadt. Wenn das Verfahren glatt über die Bühne gehe, könne im Winter Planungsrecht erreicht sein. Dann könnte der Investor mit dem Abriss der alten Fabrikgebäude und der Erschließung des Baugrunds loslegen.

Kraft erinnert aber auch an zwei Begleitumstände, die das Projekt noch etwas verkomplizieren. Erstens hätte die Suche nach Altlasten zwar bisher kaum Bedenkliches ergeben, möglicherweise schlummerten aber unter den alten Hallen, wo bisher keine Proben genommen werden konnten, noch brisante Hinterlassenschaften. Zweitens müsse man in Sachen Artenschutz noch „genau hingucken“. Eventuell siedeln in den alten Hallen seltene Fledermäuse.

Wildwestmethoden und rechtsfreier Raum

Der Rechtsstreit um die Keramische Hütte ist mit harten Bandagen geführt worden. Die dortigen Mieter, darunter eine Autowerkstatt, hatten zwar schon im Frühjahr 2014 die Kündigung erhalten, bewegten sich dann aber keinen Zentimeter vom Fleck. Der frühere Eigentümer von Grundstück und Gebäuden, ein Mann aus Peine, schulde ihnen noch Geld für nicht erledigte Sanierungen, behauptete einer der standfesten Kleinunternehmer.

Vertreter des Investors, der auf dem bisherigen Industriegelände nun Wohnhäuser errichten will, sprachen von „Wildwestmethoden“. Die Ex-Mieter machten das Gelände zu einem „rechtsfreien Raum“. Das sahen offenbar letztlich auch die Gerichte so. Seit zwei Monaten sind die letzten Ex-Mieter verschwunden.

Von Achim Gückel

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