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Ein Orchester nimmt musikalische Anleihen

Sehnde Ein Orchester nimmt musikalische Anleihen

Was gehört zu einem gemütlichen Sonntagnachmittag? Ein Stück Kuchen? Und gute Musik? Im Gutshof Rethmar hat es jetzt beides gegeben. Zur Kaffeezeit schaute dort das Swing Orchester Hannover vorbei. Mit Stücken vom Swing bis in die Discozeit deckte die Big Band eine breite musikalische Spanne ab.

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Begleitet vom Swing Orchester Hannover unter Volker Schulz singt Paul Harwin Frank Sinatras "Fly Me To The Moon".

Quelle: Michael Schütz

Rethmar. Kein Wunder also, dass im gut gefüllten Theater im Kornspeicher die Hände auf den Tischen klopften und die Füße auch schwer still zu halten waren. Bei der Bezeichnung Big Band haben die meisten Menschen eine gewisse Vorstellung, was bei einem Konzert zu hören sein könnte - gilt die Swing-Musik aus den Dreißiger- und Vierzigerjahren doch als die in den meisten Ohren erträgliche Art des Jazz.

Das Orchester aus dem gesamten Raum Hannover allerdings gab sich nicht allein mit Benny Goodman und Count Basie zufrieden. Vielmehr spannten sie einen weiten Bogen über das 20. Jahrhundert und nahmen mit „Reet Petite“ von Jackie Wilson Anleihen aus dem Rock 'n' Roll und bemühten mit „Smoke Gets In Your Eyes“ von The Platters den Doo Wop. Letztendlich kam die Gruppe sogar „in der Zeit der Stulpenstiefel, Schulterpolster und Discokugeln“ an, wie es Bandleader Volker Schulz formulierte. Und schon prasselte Irene Caras Filmsong „What A Feeling“ aus dem Film „Flashdance“ auf das begeisterte Publikum nieder. Mit einem Medley aus Stevie-Wonder-Hits erwies das Orchester dem Altmeister des Souls seine Reverenz, unter anderem durch dessen Hommage „Sir Duke“, die Duke Ellington gewidmet ist. Da schloss sich ein Kreis.

„Mit den modernen Stücken kriegen wir auch die Jüngeren“, sagte Pressesprecherin und Hornistin Heide Meixner aus Hämelerwald. Trotzdem kamen klassische Swing-Fans sicher nicht zu kurz, denn Duke Ellington war ebenso vertreten wie Benny Goodman, dessen Gassenhauer „Don't Be That Way“ einst seine Konzerte eröffnete. Die Besonderheit, dass das Swing Orchester Hannover zusätzlich zur klassischen Big-Band-Besetzung auch Klarinetten und Querflöten besetzt hat, erklärt sich durch die Stückeauswahl. „Glenn Miller hatte das auch in seinem Orchester“, bemerkte Meixner. Und so kam die Rethmarer Version von „In The Mood“ dem Original schon ziemlich nahe.

Verstärkung hatte sich die Band im stimmlichen Bereich mitgebracht. Sänger Paul Harwin gab in Dinner Jackett und Fliege ein bisschen den Frank Sinatra und sang unter anderem dessen „Fly Me To The Moon“ und Dörte Brase widmete sich dem Filmsong „Meglio Stasera“ aus „The Pink Panther“.

Dem Publikum jedenfalls gefielen die zwei kurzweiligen Stunden auf dem Gutshof Rethmar.

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Das Publikum im Kornspeicher in Rethmar lauscht gespannt den Big-Band-Klängen.

Quelle: Michael Schütz

Von Michael Schütz

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