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Dem Labor fehlen Fachkräfte

Sehnde Dem Labor fehlen Fachkräfte

Krankenhauskeime im Grillfleisch, Salmonellen in der Wurst, Dioxin im Fisch: In Zeiten, in denen die Liste der Lebensmittelskandale immer länger wird, haben die Mitarbeiter des Sehnder Gissel-Instituts alle Hände voll zu tun.

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Die Sehnder SPD-Ratsfraktion mit Gisela Neuse (von links), Regina Höft, Ulrike Dohrs, Andrea Gaedecke, Werner Kracke, Olaf Kruse und Max Digwa lässt sich von Dieter Stanislawski erklären, wie sein Labor Lebensmittelproben untersucht.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. Dem Labor für Bakteriologie und Lebensmittelhygiene, das vor allem Lebensmittelproben tierischer Herkunft untersucht, fehlen jedoch die Fachkräfte.

Das haben die Vertreter der SPD-Ratsfraktion bei einem Besuch des Instituts am Borsigring erfahren. Das Labor war die zweite Station der Sommertour, bei der die Sozialdemokraten Sehnder Firmen besuchen, um auf diese Weise die heimische Wirtschaft und ihre Probleme näher kennenzulernen. Gestartet war die Tour mit einem Besuch des Eierhofs in Bilm. Dritte Station ist Anfang September das Unternehmen Adveo in Höver.

Im Gissel-Institut führte der Chef, Dieter Stanislawski, die SPD-Gruppe persönlich durchs Haus und gewährte Einblicke in die Labore. Neben den Labormitarbeitern beschäftigt das Unternehmen auch Bürokräfte. Personalmangel gibt es in beiden Bereichen. „Wir suchen händeringend“, sagte Stanislawski. Die Stelle der Assistentin der Geschäftsführung, also seine rechte Hand, sei seit vier Jahren nicht besetzt. Die meisten Bewerberinnen würden die nötigen Anforderungen schlicht nicht erfüllen, erläuterte Stanislawski.

An Veterinären fehle es ebenfalls. „Wer heute Tierarzt wird, will nach dem Studium nicht im Lebensmittelbereich landen“, sagte Stanislawski. Verstehen kann er das allerdings nicht. Denn Veterinären böten sich in der Lebensmittelhygiene anspruchsvolle und vielseitige Jobs. „Wir arbeiten international“, betonte Stanislawski, der selbst Tierarzt ist. Sein Beruf als Sachverständiger im Lebensmittelbereich habe ihn schon zu Kunden nach Island und Mali geführt, erklärte er seinen Gästen

Bei den Vertretern der Sehnder SPD stieß die Klage über den Fachkräftemangel auf offene Ohren. Fraktionschef Olaf Kruse kündigte an, Kontakt zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde aufzunehmen. „Vielleicht bekommen Schüler bei einem Praktikum im Gissel-Institut ja Lust auf eine Ausbildung im Labor“, sagte er zuversichtlich.

Von Katja Eggers

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