Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Der Jacobiteich wuchert zu

Gretenberg Der Jacobiteich wuchert zu

Ein Biotop droht zu verschwinden: Der knapp einen Hektar große Jacobiteich zwischen Gretenberg und Ummeln liegt idyllisch im Grünen und ist Heimat vieler und mitunter seltener Tiere. Doch er wuchert seit Jahren zu.

Voriger Artikel
Lehrke sagt Müllsündern den Kampf an
Nächster Artikel
Der Nikolaus fährt mit der Tram

Idyllisch, aber total zugewuchert: Hans-Hermann Barnstorf (links) und Heinrich Bartels sorgen sich um den Jacobiteich bei Gretenberg.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. „Wenn da nicht bald etwas passiert, wird der Teich verlanden“, befürchtet Landwirt Hans-Hermann Barnstorf. Denn das Laub etlicher Pappeln falle direkt in den Teich, und dieser würde dadurch immer sumpfiger und flacher. Barnstorf wünscht sich daher, dass die Stadt für den Jacobiteich ein Konzept vorlegt. „Schließlich ist das ja ein städtisches Gewässer“, betont auch der Gretenberger Heinrich Bartels.

Ursprünglich war der Jacobiteich mal eine Tonkuhle der einstigen Ziegelei in Gretenberg. Als diese schloss und der Tonabbau eingestellt wurde, lief die Kuhle mit Wasser voll. Später wurde der so entstandene Teich mitsamt dem ihn umgebenden Gelände der Stadt im Zuge der Kanalverbreiterung als Ausgleichsfläche zugeschlagen.

Die Verwaltung ließ dort nicht nur Pappeln, sondern auch Obstbäume anpflanzen. Seit gut 30 Jahren wird das Gelände jedoch sich selbst überlassen. Zwischenzeitlich hatte sich eine Arbeitsgemeinschaft um den Teich gekümmert, das Projekt ist aber schon lange eingeschlafen.

Unter Naturschutz steht der Jacobiteich laut Barnstorf nicht. Erhaltenswert sei er mit seiner Umgebung aber schon wegen der vielen Tiere, die dort lebten. Barnstorf hat schon Fledermäuse, Eisvögel, Kormorane sowie Grau- und Silberreiher beobachtet. Im Wasser lebt die Teichmuschel.

Barnstorf und Bartels wünschen sich, dass die Stadt aktiv wird. „Das ist eine Kulturlandschaft, und die muss auch gepflegt werden“, meinen sie. Vor allem müssten dort etliche Pappeln gefällt werden. Das Gelände müsse insgesamt lichter werden. „Vielleicht könnten dort dann auch Schafe weiden“, sagt Barnstorf. Wichtig ist dem Gretenberger, dass das Areal auch nach wie vor ein Rückzugsgebiet für Tiere bleibt und nicht etwa für Freizeitzwecke genutzt wird.

Der Stadt ist das Thema bereits bekannt. Um die richtigen Maßnahmen durchzuführen, will sich die Verwaltung jetzt Hilfe von Experten des Unterhaltungsverbands holen. „So viele Feuchtbiotope haben wir in Sehnde ja nicht“, sagt Monika Sprengel, Fachdienstleiterin Grünflächen und Umwelt. „Umso wichtiger ist es, sich um die Gebiete zu kümmern.“

Von Katja Eggers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Sehnde
doc6sorx6nci7cuz7c6hn8
Verträge mit Windwärts verunsichern Anwohner

Fotostrecke Sehnde: Verträge mit Windwärts verunsichern Anwohner