Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Nach 200 Jahren: Der Rühmkorfhof verschwindet

Sehnde Nach 200 Jahren: Der Rühmkorfhof verschwindet

Die Zeit für eines der ältesten Bauernhäuser im Zentrum Sehndes läuft ab: Eine Abrissfirma hat begonnen, den sogenannten Rühmkorfhof zwischen Bahnhofstraße und Peiner Straße zu entkernen und für den Abriss vorzubereiten. Anschließend entsteht an der prominenten Stelle ein Mehrfamilienhaus.

Voriger Artikel
Ein Orchester nimmt musikalische Anleihen
Nächster Artikel
Einbrecher dringen in zwei Häuser ein

Der seit Langem leer stehende Rühmkorfhof an der Peiner Straße wird derzeit entkernt und später für ein Wohnbauprojekt abgerissen.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Das alte Backsteinhaus stammt aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. 1826 erscheint Johann Heinrich Falkenhagen als Meier im Brandkataster. Später ging der Hof durch Heirat in den Besitz der Familie Rühmkorf über. Jetzt sind bereits alle Fenster entfernt, nur einige der alten metallenen Sprossenfenster sind noch intakt und bereits gesichert. Im Innern sind bereits viele Fußböden herausgerissen, sodass der Blick vom Erdgeschoss bis zum Giebel schweifen kann.

Dabei kommt der wilde Mix von Baumaterialien zum Vorschein: Holzbalken, Backsteine und Lehmgeflechte sind in den vergangenen knapp zwei Jahrhunderten verwendet worden - offenbar je nachdem, was gerade zur Hand war. In der Eingangsdiele ist an einer Wand noch der Spruch "Mit Gott und mit der Zeit tu ich meine Arbeit" zu lesen. Wann auch dieser der Abrissbirne zum Opfer fällt, steht noch nicht genau fest. Es kann sich nach Auskunft der Abrissfirma aber nur noch um ein paar Tage handeln.

Auf dem rund 6600 Quadratmeter großen Grundstück an der Peiner Straße 3-5 sollen auf maximal drei Etagen Wohnungen entstehen - wie viele es letztlich werden, ist noch nicht entschieden. Für die Stadt ist die Fläche neben dem Apart Hotel ein Filetstück, liegt es doch direkt im Zentrum. Städtebauliches Ziel war denn auch eine sogenannte Innenentwicklung durch Nachverdichtung, um flächensparend mit Grund und Boden umzugehen.

Denn laut Regionalem Raumordnungsprogramm der Region Hannover habe Sehnde als Grundzentrum als eine Schwerpunktaufgabe auch die Verpflichtung zur Sicherung und Entwicklung von Wohnstätten. Und dazu ist das Grundstück bestens geeignet, ist es doch sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen: Der Bahnhof an der Bahnstrecke Hildesheim-Lehrte ist direkt nebenan, außerdem verkehren dort mehrere Üstra-Buslinien.

Die günstige Verkehrslage birgt aber auch Nachteile. Weil an der Bahnstrecke sowie den beiden Bundesstraßen 65 (Peiner Straße) und 443 (Lehrter Straße) viel Lärm entsteht, wird passiver Schallschutz bei Fenstern oder Wänden notwendig. Aktiver Lärmschutz wie etwa eine Lärmschutzwand ist mangels Flächen und der vorhandenen Höhenunterschiede nicht möglich.

doc6u1m2z7o2mwwb4eeks0

Fotostrecke Sehnde: Nach 200 Jahren: Der Rühmkorfhof verschwindet

Zur Bildergalerie

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x769ny9sme6j4664b4
Telefonzelle hat auch als Dusche ausgedient

Fotostrecke Sehnde: Telefonzelle hat auch als Dusche ausgedient