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Baugebiet Keramische Hütte: Beratungen starten

Sehnde Baugebiet Keramische Hütte: Beratungen starten

Erst gab es viele Verzögerungen, jetzt soll alles sehr schnell gehen: Heute und morgen beraten Sehndes Politiker über das lang geplante Neubaugebiet auf dem Gelände der Keramischen Hütte am Ostrand der Kernstadt. Dort sollen so bald wie möglich mehr als 100 Wohneinheiten entstehen.

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Das Gelände der früheren Keramischen Hütte in Sehnde: Nach einer langen Hängepartie sollen schon bald hier Wohngebäude entstehen.

Quelle: Achim Gückel

Sehnde. Schon seit dem Sommer 2013 liegen die Pläne für das Baugebiet auf dem ehemaligen Industriegelände auf dem Tisch. Der Investor Dolphin Trust will fast 70 Doppel-, Mehrfamilien und Reihenhäuser bauen. Doch erst in diesem Frühjahr hatten die letzten Mieter die maroden Hallen und Gebäude auf dem 28 000 Quadratmeter großen Areal verlassen – nach erbittertem Rechtsstreit.

Unterdessen sind wichtige Vorarbeiten schon erledigt. Ein Umweltbüro hatte Ende Mai eingehende Untersuchungen des alten Industriekomplexes abgeschlossen. Es hatte dabei unter anderem zehn sogenannte Verdachtsflächen untersucht, unter denen Altlasten – etwa versickertes Öl – vermutet wurden. 28 Bohrungen wurden gesetzt, 78 Proben entnommen und unter anderem auf Belastung mit Arsen und Schwermetallen untersucht. Das Ergebnis: In der Tiefe schlummert nichts Bedenkliches.

Wohl aber kommen die Gutachter in ihrer 43 Seiten umfassenden Expertise zu dem Schluss, dass unter anderem im Bereich ehemaliger Schweröltanks Verunreinigungen an der Oberfläche anzutreffen sind. An der westlichen Grundstücksgrenze sei der Oberboden teilweise mit Chrom belastet. All dieses sei aber durch einen Bodenaustausch zu beseitigen, heißt es.

„Bisher ist alles nicht so dramatisch“, sagt auch der für Bauprojekte zuständige Fachdienstleiter bei der Stadt, Godehard Kraft. Was sich aber im Erdreich unter den Gebäuden befinde, habe man bislang noch nicht untersuchen können.

Dass es Dolphin Trust mit dem Projekt ernst ist, beweist schon der Termin für den Abbruch der alten Hallen. Bereits Ende September soll im hinteren Bereich des Geländes kein Gebäude mehr stehen, sagt Kraft.

Die nördlichen Gebäudetrakte könnten aber erst später beseitigt werden. Grund dafür sind etwa 30 Zwergfledermäuse, die dort nach Erkenntnis eines Experten ein Sommerquartier haben. Weil die Tiere unter Artenschutz stehen, dürfen sie so lange nicht gestört werden, bis der diesjährige Nachwuchs großgezogen ist. In den südlichen Gebäuden wurden indes Quartiere von drei Braunen Langohren festgestellt. „Wir werden neue Quartiere für die Tiere schaffen“, versichert Kraft.

Überraschend ist, dass eine etwa 500 Quadratmeter große Fläche im Norden des alten Hüttengeländes als Altlastenfläche für Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gilt. Luftbilder bewiesen, dass dort Bomben gefallen seien, heißt es in einem Gutachten. Daher müsse bei der Erschließung der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit eingeschaltet werden
Der Ortsrat Sehnde spricht heute ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses über den Bebauungsplan für die Keramische Hütte sowie die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans.

Von Achim Gückel

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