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300 Jahre alte Eiche ist jetzt Naturdenkmal

Sehnde 300 Jahre alte Eiche ist jetzt Naturdenkmal

Haimar hat eine weitere Sehenswürdigkeit: Die Region Hannover hat eine vermutlich mehr als 300 Jahre alte Stieleiche zwischen zwei Privatgrundstücken als "Naturdenkmal ND-H 255" ausgewiesen - allerdings gegen den Willen der Eigentümerinnen. Diese fühlen sich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt.

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Die mehr als 300 Jahre alte Stieleiche auf einem Privatgrundstück zwischen Thiestraße und An der Schanze in Haimar ist von der Region Hannover zum Naturdenkmal erklärt worden.

Quelle: Oliver Kühn

Haimar. Bei der markanten Stieleiche zwischen der Thiestraße und der Straße An der Schanze handelt es sich um einen der größten und ältesten Bäume in Haimar. "Früher war es wohl ein Hofbaum, der wahrscheinlich bereits vor 1700 gepflanzt wurde", sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Die Stieleiche soll wegen ihrer Größe, ihres Alters und ihrer Schönheit als ortsbildprägender Baum erhalten werden. In Haimar gibt es an der Mehrumer Straße bereits zwei weitere Stieleichen als Naturdenkmale.

Die Stadt Sehnde begrüßt die Ausweisung. Die betroffenen Grundstückseigentümerinnen, auf deren Grenze die Stieleiche steht, dagegen nicht. Eine Eigentümerin beklagte, dass wegen der Größe des Naturdenkmals Obstbäume in ihren Garten schlecht gedeihen und wenig Früchte tragen. Ihr Hof würde zudem von ihrem Sohn landwirtschaftlich genutzt, auch in Zukunft müssten Modernisierungsmaßnahmen möglich sein. Erweiterungs- und Neubauten würden jetzt aber deutlich erschwert oder verhindert, denn laut Gesetz müsse die Sicht auf das Naturdenkmal frei bleiben. Die zweite Anliegerin hatte kritisiert, dass sie eventuell ein Einfamilienhaus im hinteren Bereich ihres Grundstückes bauen und deshalb das Areal teilen wolle - was durch die Entscheidung der Region unmöglich gemacht würde.

Die beiden Anliegerinnen hatten deshalb gegen die Entscheidung bei der Region Einspruch eingelegt - diese wurden aber abgelehnt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz seien solche Baumveteranen "besondere Einzelschöpfungen der Natur" und deshalb auch besonders geschützt, erläutert Abelmann. Es sei damit verboten, den Baum zu fällen, zu beschädigen oder zu verändern - selbst auf dem eigenen Grund und Boden. "Das gehört zur Sozialpflicht des Eigentümers", sagt Abelmann.

Aus der aktuellen Liste der Naturdenkmale gelöscht werden musste dagegen eine Esche in Klein Lobke an der Lobker Straße. Der Baum ist bereits im vergangenen Jahr gefällt worden, weil er abgestorben war.

Von Oliver Kühn

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