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Die Schokokaninchen kommen aus Sehnde

Sehnde Die Schokokaninchen kommen aus Sehnde

Bei der Bundeskaninchenschau hat Manfred Schaper vom Kaninchenzuchtverein F 71 Ilten mit seinen Farbzwergen Marder/Blau nicht nur die deutschen Meister, sondern auch den Bundessieger gestellt.

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Manfred Schaper mit seinem Bundessieger, einem Rammler der Rasse Farbenzwerge Marder/Blau.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. Mit 15 Jahren hat Schaper in der Jugendgruppe des Kaninchenvereins Sehnde die Zuchtleidenschaft gepackt und seither nicht mehr losgelassen. „In der Familie war nicht einer, der Kaninchen hatte, es hat sich einfach so ergeben. Und ich musste mich ganz alleine hineinfuchsen.“

Das ist ihm prächtig gelungen: So stellte er nach 2001 und 2007 in diesem Jahr zum dritten Mal den deutschen Meister. Auch der Bundessieger (97,5 von 100 möglichen Punkten) lässt es sich in seinem Stall gut gehen. Dabei musste Schaper umdisponieren und die für die Schau vorgesehenen Tiere ummelden: „Wegen des heißen Wetters kamen sie in den Fellwechsel und ich musste nach Ersatz schauen.“

Schaper lebt seine Leidenschaft als Züchter im F 71 Ilten, Preisrichter im Landesverband Hannoverscher Rassekaninchenzüchter und Vorsitzender des Hermelin und Farbenzwerge Club Hannover aus. „Wenn meine Frau Brigitte das nicht mittragen würde, ginge das nicht“, sagt er. Unterstützung bekommt er auch von Sohn Uwe, der in seine Fußstapfen getreten ist. „Einfach so in Urlaub fahren geht nicht. Kaninchen brauchen Zuwendung. Sie müssen täglich Futter und Wasser bekommen, die Ställe regelmäßig ausgemistet werden.“

48 Stallungen hat Schaper direkt neben seinem Haus, in der Regel besetzt mit rund 30 Kaninchen. Namen bekommen die übrigens keine: Er habe festgestellt, dass man Kaninchen mit einem Namen nur sehr schwer schlachten und verspeisen könne. Das vermeidet er übrigens generell tunlichst. Tiere, die wegen zu langer Ohren (länger als sechs Zentimeter) oder anderer Schönheitsfehler für die Zucht nicht taugen, gibt er vorwiegend an Jugendliche ab. „Aber nur, wenn die Eltern dabei oder ausdrücklich einverstanden sind.“ Außerdem sollen sich die Kinder ihre Tiere selbst aussuchen: „Sonst stehen sie nicht dahinter und kümmern sich nicht lange.“ Auch hinterher ist er für sie da, schneidet Krallen, organisiert Impftermine.

Sehr bedauerlich findet er, dass es schwer ist, Jugendliche für das Hobby des Züchtens zu gewinnen: „So ein Kaninchen ist eben kein Laptop und hat kein Tastenfeld.“ Schade findet er auch, dass Kleintierzüchter in ihren Kommunen ein Schattendasein fristen: „Sportler werden jährlich zu Ehrungen eingeladen. Für uns Züchter gibt es so etwas nicht.“

Umso mehr freut er sich, wenn die Kinder aus der Nachbarschaft oder gar aus dem Kindergarten einen Blick auf seine Tiere werfen wollen. „Wer gucken will, soll ruhig vorbeikommen“, sagt er. Besonders beliebt bei den Kleinen sind die Farbenzwerge namens lohfarben havanna. Und für die haben die Kinder auch schnell ihre ganz eigene Bezeichnung gefunden: „Das sind ja Schokokaninchen.“

Sandra Köhler

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