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Bilmer fühlen sich umzingelt

Sehnde Bilmer fühlen sich umzingelt

Die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans vorgesehene Ortsumgehung in Ilten als Entlastung für die A2 stößt in Bilm auf heftigen Widerstand. Die Trasse zerstöre nicht nur die Natur im Norden des Dorfes , sondern bedeute auch eine erheblich größere Verkehrsbelastung. Fast 300 Bilmer, ein Drittel der Bevölkerung, haben sich bereits per Unterschrift gegen das Vorhaben gewandt.

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Die geplante Ortsumgehung für Ilten als Entlastung für die A2 würde die Feldmark im Nachbarort Bilm im Hintergrund zerschneiden.

Quelle: Oliver Kühn

Bilm. "Die Ortsumgehung ist doch eigentlich eine zweite Autobahn und soll nur die A2 entlasten", befürchtet Bilms Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer. Schon jetzt führen täglich rund 13.700 Autos durch Ilten, wie eine Messung im vergangenen Jahr ergeben habe. Bei einer neuen Strecke rechne er mit noch mehr Verkehr. Wenn die Trasse gebaut würde, sei die intakte Feldmark im Landschaftsschutzgebiet zerstört: "Das trifft uns hart." Wenn dann noch die bereits genehmigte, großflächige Erweiterung des Mergelabbaugebiets im Süden dazukomme, sei Bilm quasi umzingelt.

Auslöser der Kritik ist die Nachricht des Bundes, der das Projekt im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans in Die Kategorie „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen hat. Die etwa vier Kilometer lange Trasse zwischen Ilten und Bilm soll etwa 12 Millionen Euro kosten und die chronisch verstopfte und von vielen Unfällen und Staus betroffene Autobahn 2 entlasten. Auch die Weiterführung der Umgehung von Sehnde nach Peine ist bereits mit Kosten in Höhe von 66 Millionen Euro als Entwurf im Bundesverkehrswegeplan enthalten.

Auch Landwirt Herbert Bartels befürchtet einen Kahlschlag der Landschaft. Dort gebe es zudem das Naturdenkmal Köstergarten, eine Gehölzgruppe mit alten Stieleichen, sowie die nassen Wiesen des sogenannten Ehrbeernests, wo Feldhamster, Kiebitze und der seltene Neuntöter zu Hause sind. Auch das daran angrenzende Reitergut Köthenwald würde "arg gebeutelt".

Ostermeyer schlägt stattdessen vor, eine Entlastungsstraße von der B65 zur der B443 zwischen Ilten und Lehrte zu bauen. Im Ort haben er und seine Mitstreiter bereits fast 300 Unterschriften gegen die geplante Umgehung gesammelt - das ist ein Drittel der Bevölkerung. Diese sollen am 19. April bei einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der betroffenen Ortsräte an die Stadt übergeben werden, die bis zum 2. Mai eine Stellungnahme an den Bund abgeben muss.

Von Oliver Kühn

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