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Pläne für B 65-Ausbau spalten die Stadt

Sehnde Pläne für B 65-Ausbau spalten die Stadt

Über kaum ein Thema gehen in der Stadt die Meinungen weiter auseinander als über den vom Bund geplanten Ausbau der B 65. Zu einer Infoveranstaltung über das Projekt sind jetzt mehr als 100 Interessierte gekommen. Wichtigste Erkenntnis: Die neue Trasse soll kommen, fertig ist sie aber frühestens 2030.

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Es gibt viele Fragen: Silke Lesemann lässt die Besucher der Informationsveranstaltung in Rethmar zu Wort kommen.

Quelle: Achim Gückel

Rethmar. Anwohner der Ortsdurchfahrten in Rethmar, Evern und Haimar wollen die neue Trasse so schnell wie möglich haben. Die Bürger Dolgens und Bilms lehnen das, was im neuen Bundesverkehrswegeplan für die Bundesstraße 65 zwischen Peine und Ilten vorgesehen ist, vehement ab. Der Rat der Stadt hat das auch schon getan – und für sein Nein insbesondere Umweltbelange und eine Zerstörung der Landschaft ins Feld geführt. Doch der Bund hat das Land Niedersachsen trotzdem damit beauftragt, die Planungen für das Millionenprojekt in die Wege zu leiten. Er sieht enormen übergeordneten Nutzen in der neuen Trasse. Dieser überwöge die lokalen Interessen.

Die Pläne des Bundes sehen einen neuen Streckenverlauf der B 65 zwischen Peine und Sehnde vor, der unter anderem nördlich von Rethmar und Dolgen entlangführt. Dieses mit 66 Millionen Euro Baukosten taxierte, 19 Kilometer lange Teilstück steht im sogenannten vordringlichen Bedarf, soll also alsbald planerisch in Angriff genommen und verwirklicht werden. Der weitere Trassenverlauf zwischen Sehnde und Ahlten soll zwischen Ilten und Bilm entlangführen, 12,2 Millionen Euro kosten und hat den etwas weniger dringenden Stempel „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“.

Viele Bürger der Stadt haben zu diesen Vorhaben eine Meinung. Mehr als eine Stunde lang dauerte die Fragestunde bei der von der Bolzumer Landtagsabgeordneten Silke Lesemann (SPD) organisierten und moderierten Veranstaltung im Gutshof Rethmar. Dass der Bund das Projekt festschreibe, sei angesichts des Sehnder Ratsbeschlusses eine „Aushebelung der Demokratie“, sagte ein Bürger aus Bilm verärgert. Andere sprachen von der Schaffung einer „Parallelautobahn“ zur A 2, die massenweise Verkehr ins Stadtgebiet hole. Viel besser sei ein Ausbau der Autobahn auf acht Fahrspuren, lautete eine mehrfach geäußerte Forderung.

Doch die sieht der Bundesverkehrswegeplan nicht vor. Und schließlich gibt es auch viele Sehnder Bürger, die die Pläne des Bundes für die B 65 hervorragend finden. Die meisten Rethmarer wollten doch, dass die Bundesstraße aus dem Dorf verschwinde, sagte ein Gast der Veranstaltung – und erntete für diese Aussage postwendend Protest von Mitbürgern, die eine Trasse außerhalb des Dorfes ablehnen, weil sie die Landschaft zerschneide und den Lärm und Gestank nur verlagere.

Zuvor hatte Daniela Behrens, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Arbeit und Verkehr, Details zum B-65-Projekt erläutert. Sie betonte, dass es derzeit noch nicht einmal genügend Ingenieure und Planer in ihrem Hause gebe, um mit den Vorarbeiten zu beginnen. Das werde frühestens Ende 2018 oder Anfang 2019 der Fall sein. Für diesen Zeitraum versprach Behrens auch eine Informationsveranstaltung in Sehnde. Behrens schwor die Anwesenden zudem darauf ein, sich bei den dann anstehenden Beteiligungsverfahren einzumischen. Im Übrigen sei auch ihr Ministerium eher für eine Verbreiterung der Autobahn als für das B-65-Projekt. Doch es gelte beim Land, die Vorgaben vom Bund auszuführen. „Oben sticht unten“, sagte sie. Damit sei die Diskussion, ob es die neue Trassenführung der B 65 überhaupt geben solle, eigentlich schon erledigt.

Das Planungs- und Genehmigungsverfahren für die neue B 65 wird laut Behrens etwa ein Jahrzehnt dauern. Baustart könne – „wenn alles reibungslos läuft“ – frühestens im Jahr 2028 sein, sagte sie in Rethmar. Erst 2030 würden dann die Autos auf der neuen Straße rollen.

Eine gute Nachricht, die auf einen zeitlich überschaubaren Horizont zielt, hatte Behrens allerdings auch im Gepäck. Die bereits angekündigte Erneuerung der Fahrbahndecke auf der B 65 in den zwei Ortschaften werde in diesem Sommer erledigt. Ebenso werde die Straßenoberfläche außerhalb der Dörfer zwischen Rethmar und Haimar saniert.

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Von Redakteur Achim Gückel

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