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Historisches Quartett bietet Geheimnisvolles

Sehnde Historisches Quartett bietet Geheimnisvolles

Nach dem großen Erfolg ihres zum 900-jährigen Bestehen der Ortschaft entwickelten Dorfspaziergangs bieten vier Everner Hobby-Historiker nun eine neue Führung an. Sie steht unter dem Motto "Märchen, Mythen, Mörder"

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Haben Spaß an Everns Geschichte: Heiko Gnoth (von links), Wilfried Notbohm und Siegbert Voges.

Quelle: Böger

Evern. Ihre "Tour de Eberen" (nach dem ursprünglichen Namen des Dorfes) haben bei acht Rundgängen inzwischen 220 Teilnehmer absolviert, wobei das Team aus der drei Stunden dauernden Langfassung auch eine nur a90-minütige Kurzvariante entwickelt hat. Nachdem zu dem Ausgangstrio Heiko Gnoth, Wilfried Notbohm und Siegbert Voges mit Meiko Wydor ein vierter Mitstreiter hinzugekommen ist, nennen sie sich mit einem Augenzwinkern "Das historische Quartett".

Das hat im Regionalmuseum ebenso intensiv nach Informationen über Everns Geschichte und Geschichten gesucht wie in der Bibliothek der Leibniz-Universität. Bei "Dorfschnack" genannten regelmäßigen Treffen befragten sie Dorfbewohner nach deren Erinnerungen oder Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern, und Voges hat "schon immer alle Bücher über Evern gekauft, die ich finden konnte". Und heute ist das Internet die wichtigste Quelle.

"Es ist erstaunlich, wie viel man über das kleine Evern finden kann", sagt Gnoth. Zum Beispiel, dass das Gerichtssiegel (ja, Evern hatte mal ein eigenes Gericht!) heute im Kölner Stadtarchiv liegt. Wie es da hin gekommen ist, weiß niemand so genau, aber Voges vermutet, dass es "auf katholischen Wegen" über den Bischof von Hildesheim an den Rhein gelangt sein könnte.

Für die neue Führung hat sich das Quartett Themen gesucht, die möglichst schaurig oder zumindest ein bisschen unheimlich anmuten. "Die Leute interessieren sich für geheimnisvolle Dinge", hat Voges bei den Dorfspaziergängen festgestellt. So beziehen sie bei "Märchen, Mythen, Mörder" unter anderem das Schicksal des Everner Reiters mit ein, eine Gruselgeschichte im Zusammenhang mit der blutigen Schlacht von Sievershausen im 16. Jahrhundert. Auch der Kirchhof ist eine Station: Unter dem Gebäude könnte sich ein heidnisches Heiligtum aus germanischer Zeit befinden. "Aber das ließe sich nur beweisen, wenn man die Kirche abreißen und graben würde", meint Voges mit einem Schmunzeln. Aktuelleren Bezug hat da eher die Station am Ortsrand: Sie beschäftigt sich mit den Wölfen, die einst heulend durch die Wälder bei Evern zogen.

"Das macht alles einen Riesenspaß", sagt Gnoth. Aber es gibt auch weniger amüsante Arbeit. "Wir müssen noch viele Fotos benennen und einscannen", erläutert Notbohm. "Das muss vernünftig elektronisch archiviert werden", bestätigt Voges, denn schließlich hat das Projekt bei aller Freude an der Arbeit auch einen ernsthaften Hintergrund: Die vier Männer aus unterschiedlichen Generationen wollen ihr Wissen und ihre Funde für die Nachwelt bewahren.

Führung kann man buchen

Zwei Termine für die Führung "Märchen, Mythen, Mörder" stehen schon fest, der erste ist sogar schon ausgebucht. Freie Plätze gibt es noch am Donnerstag, 9. November. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Dorfplatz. Anmelden kann man sich bei Siegbert Voges unter Telefon (05138) 33 25 oder per E-Mail unter info@evern.de. Gruppen von mindestens zehn und höchstens 40 Personen können auch individuell einen Termin vereinbaren.

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Haben Spaß an Everns Geschichte: Heiko Gnoth (von links), Wilfried Notbohm und Siegbert Voges.

Quelle: Böger
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