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Das Liebesglück kam mit der Linie 15

Sehnde Das Liebesglück kam mit der Linie 15

Auf 65 gemeinsame Jahre können Heinz und Elisabeth Kracht, geborene Eisenblätter, am 25. Januar zurückblicken. Kennengelernt haben sich die Ahltenerin und der Iltener anläßlich eines Tanzvergnügens. Die Feier zur Eisernen Hochzeit -eine Überraschungsparty- organisieren ihre zwei Kinder für sie.

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Elisabeth, geborene Eisenblätter, und Heinz Kracht feiern am 25. Januar 2017 eiserne Hochzeit. 

Quelle: Sandra Köhler

Ilten. Silvester 1950 ist der Tag, den die 85-Jährige und ihr 86-jähriger Ehemann niemals vergessen werden. "Es war so, wie man das macht, wenn man jung ist. Ich wollte mit einer Freundin zum Tanzen in die Gaststätte Hubertus", erinnert sie sich: "Damals fuhr die Linie 15 noch. Und als wir ankamen, waren da zwei junge Männer, Heinz und sein Freund." Eigentlich hatte sie ein Auge auf den Freund geworfen: "Das war ein schöner Mann, mit schwarzen Haaren, toll anzusehen." Doch ihre Freundin sagte: "Du musst den anderen nehmen." Eigentlich war Elisabeth da die Lust schon vergangen- sie wollte nach Hause fahren, ließ sich dann aber doch zum Feiern überreden.

"Geh doch mal hin und fordere ihn auf", habe ihre Freundin sie dann angestiftet, aktiv zu werden: "Sonst passiert da nichts." Elisabeth ließ ihren Charme spielen - und die zarten Bande zum Sohn der Gaststätteninhaber sprossen. Bereits im Januar 1952 wurde geheiratet. Erst standesamtlich, am Tag darauf kirchlich. Gefeiert wurde mit Eltern, Großeltern, Geschwistern, Cousins und Cousinen - natürlich im Hubertus. "Da hat unser Sohn Karl-Heinz bereits mitgetanzt", sagt Heinz schmunzelnd. Der wurde nämlich bereits im Mai geboren. "Gut, dass ich den Brautstrauß hatte", sagt Elisabeth, "den habe ich mir vor den Bauch gehalten."

Die junge Braut und ihr Ehemann zogen zu seinen Eltern, bekamen da zwei oder drei Zimmer. Und halfen kräftig im Geschäft mit. Keine leichte Zeit, mit einem kleinen Kind, von morgens bis in die Nacht in der Gastwirtschaft arbeiten. Zumal, wenn man wie die junge Mutter aus einem Privathaushalt kommt und sich gar nicht auskennt in der Gastronomie. Über einen Bekannten fand Heinz, der gelernte Baustoffkaufmann, 1954 eine Anstellung im Betonwerk Höver. Dort absolvierte er fast 27 Jahre im Dreischichtsystem, und übernahm dann bis zu seiner Rente im Jahr 1993 die Buchhaltung. 1958 begann das Paar, sein Eigenheim auf dem 1000 Quadratmeter großen Grundstück in Ilten zu bauen. "Wir haben ganz viel in Eigenleistung gemacht,", sagt Heinz stolz. Auch diese Hürde wurde gemeinsam gemeistert. Und Tochter Cornelia vervollständigte 1959 die kleine Familie.

"Damals an der Straßenbahn, als wir uns kennenlernten, habe ich Elisabeth gesagt: 'Ich zeige dir die Welt'", erinnert sich Heinz, dessen großes Hobby das Filmen und Fotografieren ist. Das Versprechen hat er eingehalten: Studienreisen führten das Paar in 13 Länder, etwa nach Norwegen, Bulgarien, Österreich, Jugoslawien, Griechenland, Marokko. Die Fotos füllen zahlreiche Alben. "Das war eine schöne Zeit, die wir sehr genossen haben", sagt Elisabeth und fügt hinzu: "Aber hier haben wir es auch schön." Tanzen gehörte ebenfalls zu den gemeinsamen Hobbys. Und weil es ihm im Ruhestand in den Fingern kribbelte, lernte Heinz an der Volkshochschule Bauernmalerei. Und begann nach Reisen nach Thüringen, selbst filigrane und detailreiche Schwibbögen zu entwerfen und zu bauen. Die kleinen Kunstwerke zieren das Haus der beiden,ebenso wie die unzähligen Reiseandenken in der ehemaligen Terrasse.

Weil die Kinder in der Nähe wohnen, ist der Kontakt rege: "Die kümmern sich so lieb um uns", sagt Elisabeth strahlend. Auch die Feier zur Eisernen Hochzeit haben sie in die Hand genommen: "Wir wissen noch gar nichts, das soll eine Überraschung sein." Und was ist das Geheimnis dafür, 65 Jahre gemeinsam durch dick und dünn zu gehen? "Auch wenn man sich am Tage mal kabbelt, abends muss das vorbei sein. Dann sagt man 'Gute Nacht mein Schatz, es ist alles wieder gut", verrät Elisabeth ihr Rezept für eine lange glückliche Ehe. Und schaut ihren Heinz dabei strahlend an.

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Von Sandra Köhler

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