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Bezauberndes Saisonfinale im Schloss Rethmar

Sehnde Bezauberndes Saisonfinale im Schloss Rethmar

Im bezaubernden Ambiente des Gartensaales von Schloss Rethmar haben mehr als 60 Besucher das Saisonfinale des Kulturverein Sehnde erlebt. Mit Rezitation und Kammermusik erweckte das Ensemble Tityre die Salonkultur zu neuem Leben.

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Katja Geist, Sprecherin des Ensemble Tityre, rezitiert im Gartensalon des Schloss Rethmar aus Briefen von Rahel Varnhagen. Bettina Pfeiffer (von links), Annette Hermeling und Arne Grützmacher sorgen für die dazu passende Musik.

Quelle: Sandra Köhler

Rethmar. Spritzig und dennoch tiefgründig wie ein guter Wein: Salons wie der der Rahel Varnhagen waren im Berlin des frühen 19. Jahrhunderts Treffpunkt für Literaten und Schauplatz für geistreiche Gespräche. Ihr musikalisches Pendant waren die Sonntagskonzerte im Hause Mendelssohn.

Eine gute Ahnung davon, wie kurzweilig und bereichernd solche Gesellschaften seinerzeit zu sein pflegten und welch gebildete und reich begabte Persönlichkeiten die Salonnières waren,  gab das Ensemble Tityre den Schlosskonzertbesuchern in einer überaus gelungenen Liaison aus Texten und Kammermusik.

Mit aufs Feinste dargebotenen Kompositionen von Johann Joachim Quantz, Felix Mendelssohn, seiner Schwester Fanny Hensel und Theobald Böhm bescherten Bettina Pfeiffer (Piano), Annette Hermeling (Flöte) und der für Katharina Apel-Scholl eingesprungene Arne Grützmacher (Oboe) den Besuchern genussvolle Momente. Dabei hingen die Zuhörer Katja Geist geradezu an den Lippen, als diese lustvoll und mit Verve Passagen aus Briefen von Rahel Varnhagen, Felix Mendelssohn und anderen Zeitgenossen zitierte.

So skurril die Schilderung der Eheschließung der Varnhagen mit ihrem 14 Jahre jüngeren Ehemann Karl August anmutet (sie korrigierte ihr Alter von 43 auf 26, er gab an, seine Mutter sei gestorben, damit er diese nicht um Erlaubnis fragen musste), so nachdenklich stimmen diese Worte an ihren Mann: "Diese Woche habe ich erfunden, was ein Paradox ist. Eine Wahrheit, die noch keinen Raum finden kann sich darzustellen; die gewaltsam in die Welt drängt, und mit einer Verrenkung hervor bricht. So bin ich leider! Hierin liegt mein Tod. Nie kann mein Gemüt in schönen Schwingungen sanft einher fließen..."

Von Sandra Köhler

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