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Flüchtlingsheim ist nur zur Hälfte belegt

Sehnde Flüchtlingsheim ist nur zur Hälfte belegt

Das zur Unterkunft für 150 Flüchtlinge umfunktionierte Hotel Zur Linde in Höver ist bislang nur zur Hälfte belegt. Einige alleinstehende Frauen, teils mit Kindern, haben in einem separaten Gebäude eine Bleibe gefunden. Ortsbürgermeister Ronald Siegismund wünscht sich noch mehr Engagement der Höveraner.

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In dem Flüchtlingsheim in Höver leben auch Kinder. Es gibt viele Spenden: Zuletzt ein großes Trampolin, auf dem sich auch Jugendliche gerne mal austoben.

Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Höver. 75 Flüchtlinge leben zurzeit im ehemaligen Hotel Zur Linde. Sie kommen aus verschiedenen Nationen wie Syrien, Irak, Eritrea, Somalia, Elfenbeinküste, Afghanistan und Albanien. Von den 56 Erwachsenen sind 30 Frauen. Die allein reisenden Frauen leben in einem separaten Haus - teilweise auch mit ihren Kindern. "Zusammen mit unserer Gleichstellungsbeauftragten haben wir ein Konzept entwickelt, um diese Frauen separat unterzubringen", sagt der zuständige Fachdienstleiter Hans-Helmut Nordhorn. Dieses Modell sei in der Region nahezu einzigartig. Es sei nur möglich, weil man eine 24-Stunden-Betreuung der Flüchtlinge gewährleisten könne. Sozialarbeiter stünden von 8 bis 20 Uhr und ein Pförtnerdienst in der übrigen Zeit bereit.

Die neuen Bewohner wurden im Ort gut aufgenommen. Die Kinder gehen in die Schule, die Kleinen spielen auf dem großen Innenhof. Es gibt Roller, einen Trettraktor und seit neuestem auch ein großes Trampolin. "Die Kinder freuen sich sehr über die Spielsachen", sagt Franziska Burbulla, Leiterin der Einrichtung, die von der AWO betrieben wird.

Im Gemeinschaftsraum geben Ehrenamtliche erste Deutschkurse oder helfen den Flüchtlingskindern bei ihren Hausaufgaben. Alles läuft ruhig und harmonisch ab. Streitereien, wie es sie in anderen Heimen etwa um die Benutzung der gemeinsamen Sanitäranlagen gebe, blieben in Höver aus, meint Burbulla. In dem ehemaligen Hotel in Höver hat jedes Doppelzimmer seine eigene Toilette und Dusche.

Ortsbürgermeister Ronald Siegismund wünscht sich aber noch mehr Engagement des 1800-Einwohner-Ortes, um die Neuankömmlinge möglichst schnell zu integrieren. Er selbst will mit dem neuen Sehnder Flüchtlingshilfeverein jetzt Aktivitäten starten. Zum Beispiel könnte er sich Patenschaften für die Flüchtlinge vorstellen. "Wir sollten es auch den 17 bis 20-jährigen jungen Männern schmackhaft machen, hier zu bleiben statt in die Großstädte abzuwandern", sagt Siegismund.

Stadt fördert Projekte von Flüchtlingen

Die Stadt Sehnde fördert Projekte von Flüchtlingen. So will die Irakerin Quabas Al-Bayati jetzt auf dem Gelände des Flüchtlingsheims in Höver Hochbeete anlegen und darin Gemüse anpflanzen. "Ich habe zu Hause auch schon viel und gern gegärtnert", sagt sie. Die Stadt und der Ortsbürgermeister Ronald Siegismund unterstützen das. Steine für die Anlage der Beete wurden bereits gespendet, die Erde soll nun bald folgen. "Es ist wichtig, dass die Leute hier etwas zu tun haben", sagt Fachdienstleiter Hans-Helmut Nordhorn. Viele der Flüchtlinge wollten aber auch erst einmal in Ruhe ankommen. "Die meisten wollen vor allem Deutsch lernen, doch es gibt zu wenige Kursangebote", meint Nordhorn. Die ehrenamtlichen Helfer leisteten dabei eine unverzichtbare Hilfe.

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Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

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