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Geplante Bürgerstiftung ist gescheitert

Sehnde Geplante Bürgerstiftung ist gescheitert

Sechs Jahre Vorarbeit und Werbung etwa beim Neujahrsempfang und zuletzt beim Generationentag im August haben nichts genutzt: Die Gründung einer Bürgerstiftung für Sehnde als Dachorganisation für Vereine ist endgültig gescheitert. "Wir lassen die Arbeit nun ruhen", sagt Sprecher Reiner Luck enttäuscht.

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Beim Neujahrsempfang 2016 hatte die Initiativgruppe mit Schautafeln erstmals auf die geplante Bürgerstiftung hingewiesen - doch der Erfolg blieb aus.

Quelle: privat

Sehnde. Immerhin haben allein in diesem Jahr bereits mehr als 2000 Sehnder die Internetseite der Initiativgruppe buergerstiftung-sehnde.de angeklickt. "Das Interesse war und ist zwar vorhanden, aber leider fehlen Sehnder, die sich ehrenamtlich engagieren möchten", nennt Luck einen der zentralen Gründe für das Scheitern. Dabei seien bei einem Workshop mit 30 Teilnehmern im vergangenen Jahr noch alle mit Feuer und Flamme dabei gewesen: "Doch diese Flamme ist erloschen."

Zudem hätte man Sehnder Persönlichkeiten gebraucht, die gesellschaftlich anerkannt seien und "denen man sein Geld anvertrauen kann", sagt Luck. Man habe auch viele für die ehrenamtliche Arbeit potenziell in Frage kommende Sehnder wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare angesprochen - aber letztlich niemanden gefunden. "Die meisten haben wegen ihrer beruflichen Arbeitsbelastung abgewinkt", sagt Luck. Das sei umso bedauerlicher, weil Spenden oder Schenkungen eher in der Stadt blieben, wenn sie an eine Bürgerstiftung vor Ort übergeben werden könnten. Derzeit gingen diese, etwa von wohlhabenden Sehndern ohne Nachkommen, meist in überregionale Stiftungen.

Zweiter entscheidender Faktor sei die Lage auf dem Kapitalmarkt gewesen. Aufgrund des geringen Zinsniveaus sei die Situation für Stiftungen derzeit äußerst schwierig. Keiner habe Geld für das erforderliche Grundkapital in Höhe von 50.000 Euro geben wollen. Und bei einem Zins von maximal 1 Prozent wäre kaum finanzieller Spielraum für eine Stiftung gewesen. "Da bleibt am Ende des Jahres nur Geld für einen Fußball übrig", resümiert Luck ironisch. Die Sparkasse und auch die Volksbank hätten in Gesprächen zwar Mut gemacht, dass die Zinsentwicklung wieder anziehen werde, doch getan habe sich dann leider doch nichts.

Auch eine Umwandlung des Vereins zur Förderung gemeinnütziger Zwecke in der Stadt Sehnde in eine Bürgerstiftung sei fehlgeschlagen, bedauert Luck. Dieser hatte kein Interesse, weil er einen Wettbewerb um das Sammeln von Geldspenden zwischen den Vereinen befürchtet. "Ein Förderverein kann sich finanziell besser bewegen und auch aus dem Stand 1000 Euro vergeben", bestätigt Sprecher Dieter Borsum. Bei den derzeitigen Zinserträgen dagegen wären dies bei einem Stiftungskapital von 50.000 Euro nur 500 Euro im Jahr.

Ganz auflösen will sich die Bürgerstiftung-Initiative aber (noch) nicht. "Die Homepage bleibt vorerst bestehen", sagt Luck. Auch das in den Jahren zusammengetragene Material werde archiviert. "Wir hoffen, dass sich in der Zukunft Interessierte finden, die darauf aufbauen wollen und dann die Bürgerstiftung für Sehnde ins Leben rufen."

Die erste Idee liegt sechs Jahre zurück

Erste Impulse für eine Bürgerstiftung in Sehnde gab es schon 2011. Das Bündnis für Familie hatte die Gründung einer solchen privat geführten Organisation als Dach für Vereine angeregt, um Spendengelder künftig besser verteilen zu können. 2014 sollten die Gleichstellungsbeauftragte und das Stadtmarketing mögliche Akteure ansprechen und einen Auftakt organisieren. Darauf folgten Gespräche mit ortsansässigen Banken und ein Gründer-Frühstück, ein Workshop mit einem Informationsvortrag vom Regionalkurator der Initiative Bürgerstiftungen sowie Präsentation beim Neujahrsempfang im vergangenen und diesem Jahr. Weil all diese Bemühungen kein Ergebnis zeigten und auch die Resonanz beim Generationentag im August enttäuschend war, hat die Initiative nun die Reißleine gezogen und die Gründung endgültig aufgegeben.

Von Oliver Kühn

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