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Grüne dürfen keine Obstbäume anpflanzen

Sehnde Grüne dürfen keine Obstbäume anpflanzen

Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr haben die Sehnder Grünen aufs Plakatieren verzichtet. Stattdessen sollen dafür Obstbäume gepflanzt werden. Die Bitte, dafür mögliche Flächen im Osten der Stadt zu benennen, habe die Stadt bisher nicht beantwortet, moniert Wilfried Brauns vom Ortsrat Dolgen-Evern-Haimar.

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Die Stadt Sehnde pflanzt als Ausgleichsmaßnahme selbst Obstbäume an, wie hier an der Billerbachstraße.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Haimar/Dolgen/Evern. Kein einziges Plakat war im September 2016 in Sehnde von den Grünen aufgetaucht, als es darum ging, Räte und Ortsräte zu wählen. Die Idee dahinter war, Ressourcen und Kosten zu sparen. Das Geld sollte stattdessen unter dem Motto "Bäume statt Plakate" in die Anpflanzung von alten Obstsorten fließen, erläutert Brauns: "Dafür können wir drei bis vier Bäume anschaffen." Brauns hatte bereits im November in einer Ortsratssitzung die Stadt darum gebeten, entsprechende Flächen zu nennen. Bisher habe er keine Antwort von der Verwaltung erhalten, wundert sich der Lokalpolitiker inzwischen, obwohl er im März noch einmal nachgehakt habe.  "Und die Pflanzzeit für das Frühjahr ist vorbei." Er hofft jetzt, dass das Vorhaben im Herbst gelingen könnte.

Die Stadt allerdings macht Brauns wenig Hoffnung. "Das bereitet uns Probleme", erklärt Sabine Gambig vom Fachdienst für Stadtentwicklung, Straßen und Grünflächen. Die Flächen, die für die Anpflanzung von Obstbäumen geeignet sind, würden bereits von der Stadt selbst für Ausgleichsmaßnahmen gebraucht. Dabei sieht sie das Vorhaben aber positiv: "Das ist eine gute Idee." Gambig regte an, die grüne Initiative auf privater Basis weiterzuführen. "Landwirte sind manchmal ganz gern bereit, Flächen für Anpflanzungen zur Verfügung zu stellen." Der Realverband sei ebenfalls eine Adresse, an der man nachfragen könnte.

Bei Brauns allerdings löst diese Auskunft aus dem Rathaus Verwunderung aus: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bereiche an Gräben und Straßenrändern für Ausgleichsmaßnahmen vorgehalten werden." Genau dort sollten die Bäume aber gepflanzt werden. Eines ist klar: Die drei bis vier Bäume, die aus dem Erlös der Kommunalwahl finanziert werden sollen, werden nicht allein bleiben. "Zu den Bundes- und Landtagswahlen werden wir die Aktion wiederholen", kündigt Brauns an.

Von Michael Schütz

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