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Häftling fliegt mit Erpressungsversuch auf

Sehnde Häftling fliegt mit Erpressungsversuch auf

Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Sehnde hat aus dem Gefängnis heraus versucht, Bekannte um insgesamt 125.000 Euro zu erpressen - doch die Briefe wurden von der Postkontrolle abgefangen. Das Landgericht Hildesheim verurteilte ihn dafür zu drei Jahren Haft und der Unterbringung in der Psychiatrie.

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Das Landgericht Hildesheim hat einen 41-Jährigen Häftling der JVS Sehnde wegen zwei Erpressungsversuchen zu drei Jahren Haft und der Unterbringung in einer Psychiatrie verurteilt.

Quelle: Rainer Dröse

Sehnde. Bei den Taten handelt es sich um zwei versuchte Erpressungen im Juni vergangenen Jahres. Der heute 41-jährige Angeklagte, ein niederländischer Staatsangehöriger, hatte Bekannten in Wittmund (Ostfriesland) zwei Briefe geschrieben, weil er von ihnen noch Geld zu bekommen hatte, wie er vor Gericht aussagte. Im ersten Fall ging es um 100.000 Euro, im zweiten um 25.000 Euro. Dazu, wofür er das Geld erhalten sollte, hatte Gerichtssprecher Philipp Suden keine Informationen. Der vorbestrafte Angeklagte hatte seine Forderungen in Glückwunschkarten versteckt, weil er hoffte, dass diese nicht so streng kontrolliert würden - eine dramatische Fehleinschätzung, wie sich herausstellte. Die Karten wurden abgefangen.

 Weil der 41-Jährige vorbestraft ist und bereits einsaß, hatte das Landgericht ein Gesamturteil gebildet: Für die beiden Erpressungsversuche erhielt der Niederländer jeweils ein Jahr Haft. Weil noch ein weiteres Urteil vom Amtsgericht Lehrte ebenfalls wegen eines Erpressungsversuches anhing, wurde dieses einbezogen und zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren summiert.

Darüber wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Gutachter habe bei dem Angeklagten ein "chronisches Wahnsystem" diagnostiziert, erläutert Suden. Es sei zu befürchten, dass der 41-Jährige auch in Zukunft zu solchen Tagen fähig sei. Er müsse nun erst einmal auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. "Erst, wenn er nicht mehr gefählich ist, muss er seine Freiheitsstrafe antreten", sagt Suden.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Der Angeklagte kann innerhalb einer Woche noch Revision einlegen.

Von Oliver Kühn

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