Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Häftling sticht mit Schere zu

Sehnde Häftling sticht mit Schere zu

Er verbüßt bereits eine lebenslangen Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde. Jetzt steht der 46-jährige Gou An L. erneut vor Gericht. Er hat in der Näherei der Anstalt mit einer Schere auf einen anderen Häftling eingestochen.

Voriger Artikel
Stadt will 20 weitere Hortplätze anbieten
Nächster Artikel
Bekommt die City schnelleres Internet?
Quelle: Symbolbild

Sehnde. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das, was der schmächtige Guo An L. getan hat, versuchter Mord. Lediglich ein Amulett aus Jadestein, dass das 38-jährige Opfer unter seinem Pullover trug, habe Schlimmeres verhindert. Zum Prozessauftakt am Landgericht Hildesheim räumte der Angeklagte auch gleich ein, mit der Schere zugestochen zu haben. Und zwar aus Rache. Aber er habe sein Opfer nicht töten wollen.

Als Motiv gab der 46-Jährige - er sitzt wegen Mordes in der JVA Sehnde ein, stammt aus China und spricht kein Deutsch - Beschimpfungen und Schikanen an. Mehrere Mithäftlinge hätten ihn über lange Zeit hinweg immer wieder beleidigt, ließ er seinen Dolmetscher erklären. Besonders schlimm habe es der 38-Jährige getrieben. Als die Wut immer größer wurde, habe er den Mann eine Lehre erteilen wollen. Mit der Schere.

Das Opfer, ein Mann aus Vietnam, zeichnete vor Gericht ein anderes Bild. Es habe nie Streit und Beschimpfungen gegeben, beteuerte er. Er spreche nicht einmal die gleiche Sprache wie der Angeklagte. Ein anderer Mithäftling erinnerte sich indes an gelegentliche Sticheleien. Klar wurde aber auch, dass L. in der JVA als Einzelgänger gilt. Ein Psychiater beschrieb ihn vor Gericht als jemand, der Probleme habe, die Sichtweise anderer Menschen anzunehmen.

Der Prozess wird mit zwei Verhandlungstagen in der kommenden Woche und möglicherweise mit einem weiteren im Januar fortgesetzt, sagte Gerichtssprecher Felix Muntschik. Dann werde es auch um die Frage nach Psychosen beim Angeklagten gehen. Richter Peter Peschka machte bereits deutlich, dass für L. die Unterbringung in der Psychiatrie oder der Sicherheitsverwahrung infrage komme.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Sehnde
doc6sorx6nci7cuz7c6hn8
Verträge mit Windwärts verunsichern Anwohner

Fotostrecke Sehnde: Verträge mit Windwärts verunsichern Anwohner