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Heimatstube mausert sich zum Museum

Sehnde Heimatstube mausert sich zum Museum

Der Verein "Unser Höver" hat die Renovierung seiner Heimatstube abgeschlossen. Das kleine Museum im Obergeschoss des Kindergartens präsentiert sich nun mit neuen Lampen und Infotafeln und hat obendrein Fossilien und Mineralien aus dem Steinbruch Höver als Exponate aufgenommen.

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Antikes Sofa, Kronleuchter und edles Porzellan: Ernst Wigger und Ilsemarie Kollecker schauen sich die "Gute Stube" an.

Quelle: Katja Eggers

Höver. Mitglieder des Vereins stellten die neue Heimatstube jetzt Gästen und Sponsoren vor. Und diese waren hellauf begeistert. "Aus dem etwas altertümlichen und angestaubten Heimatstübchen ist ein richtiges kleines Museum geworden", sagte Heinz-Siegfried Strelow, Vorsitzender des Heimatbundes Niedersachsen.

In der Tat hat sich in Hövers Heimatstube viel verändert. Es gibt neue Lampen, die Vitrinen wurden neu gestaltet, Exponate beschriftet und große Infotafeln angeschafft. Sie informieren über den Ort und seine Entwicklung und rücken dabei Themen wie die Kapelle, die Schule und das Dorf in den Mittelpunkt.

Mit Experten von den Historischen Museen in Hannover und  Seelze wurde auch das Ausstellungskonzept überarbeitet. "Wir konzentrieren uns derzeit auf die Bereiche gute Stube, Haushalt und Berufe", erklärte Schriftführer Manfred Holaschke. In den Vitrinen und Regalen sind dazu unter anderem alte Friseurscheren und Schlachtermesser, historische Lesefibeln und Zirkel sowie Porzellan mit Blümchenmuster und ein altes Koffergrammophon samt Langspielplatten ausgestellt.

Die Exponate sind vor allem aus dem 19. und aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Die meisten Ausstellungsstücke stammen laut Holaschke aus dem eigenen Bestand der Heimatstube. Sie wurden über die Jahre zum Teil gespendet und zum Teil angekauft. "Aber nicht alle stammen auch wirklich aus Höver", merkte Holaschke an.

Mit der Neugestaltung ihrer Heimatstube sind die Mitglieder gerade erst fertig geworden. "Wir haben heute noch die letzten Schildchen aufgestellt", sagte Holaschke. Im Vorfeld hatte der Heimatbund bereits umfangreich renoviert. Es wurden die Räume gestrichen, Jalousien angebracht und Leuchten erneuert. Vieles geschah in Eigenarbeit.

Neu ist nun auch eine große Vitrine mit Fossilien und Mineralien aus Hövers Steinbruch. Sie stammen aus der Sammlung von Günter Scharnhorst, der in dem Steinbruch jahrelang Führungen gemacht hat. Den unteren Teil des Schaukastens hat der Höveraner zudem mit Tischlerwerkzeugen bestückt.

Die Heimatstube über dem Kindergarten, Am Schulhof 1, öffnet an folgenden Sonntagen jeweils von 10 bis 12 Uhr: 23. März, 2., 9., 23. und 30. April sowie 7. und 14. Mai. Am 10. Juni ist von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Danach können Besucher das Museum an jedem zweiten Sonntag im Monat und nach Terminvereinbarung besuchen.

Geschichte der Heimatstube

Hövers Heimatstube ist eng mit dem Namen Willi Fischer verbunden. Der damalige Friseurmeister sammelte Ende der Sechzigerjahre die ersten historischen Gegenstände. Zunächst waren es nur Lampen, später kamen immer mehr andere Stücke hinzu. Nach 20 Jahren ging die Sammlung an Fischers Sohn Lothar über. Gemeinsam mit anderen Bürgern gestaltete dieser 1986 die erste Ausstellung.

Im Laufe der Jahre musste die Heimatstube mehrfach umziehen und war unter anderem im Forum der Grundschule und in der Verwaltungsnebenstelle untergebracht. Auch die Betreuung wechselte. Lange kümmerte sich die Siedlergemeinschaft um die Sammlung.

Seit Mai 2010 wird die Heimatstube vom Heimatbund "Unser Höver" betreut. Die Sammlung wuchs von Jahr zu Jahr und brauchte immer mehr Platz. Die Stadt stellte 2013 den Bodenraum über der Kita zur Verfügung. Deren Umbau hatte zur Folge, dass auch die Heimatstube renoviert wurde und unter anderem ein neues Dach, neue Fenster, Heizung und Elektrik bekam.

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Von Katja Eggers

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