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Herpesvirus tötet zwei Pferde in Köthenwald

Sehnde Herpesvirus tötet zwei Pferde in Köthenwald

Auf dem Reitergut Köthenwald ist jetzt der Herpesvirus ausgebrochen: Zwei Pferde sind bereits gestorben, zwei weitere schwer krank. Der Reiterhof steht unter Quarantäne und bleibt für mindestens drei Wochen geschlossen.

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Daruso von Christina Schulz (weißer Schutzanzug) ist zwar fieberfrei, aber noch lange nicht über den Berg. Pia Henzes Goliath wird derzeit in der Tierärztlichen Hochschule Hannover behandelt.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. Die Nachricht vom Ausbruch der Herpesvirusinfektion verbreitet sich erst langsam in den sozialen Medien - denn für die Infektion besteht keine Melde- oder Anzeigepflicht. Zwei Tiere seien dem Virus erlegen, wie Laura Herrenkind, Betreiberin des Reiterguts Köthenwald auf Anfrage bestätigte: „Ein weiteres wird in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) behandelt und ein viertes hier vor Ort von einer Tierärztin.“

Die Lage sei sehr angespannt, denn die Tröpfcheninfektion verbreite sich sehr schnell. Bei allen 100 Pferden auf dem Hof seien die Ställe geschlossen, Turnier und Reiterlehrgänge für mindestens die nächsten drei Wochen abgesagt worden. „Hier darf kein Pferd rein oder raus“, betont Herrenkind. Mit der Mitteilung habe man andere Pferdebesitzer warnen wollen. Symptome sind vor allem Fieber, Husten und Schnupfen.

Tierärztin Birke Großheim ist fast rund um die Uhr im Einsatz. Seit der vom Reitergut verbreiteten Meldung hätten auch andere Reiterhöfe nachgezogen und ihre Ställe geschlossen. Den Kontakt mit anderen Tieren einzustellen sei das Gebot der Stunde. Denn auch eine Impfung biete keinen hundertprozentigen Schutz. Herrenkind würde eine Meldepflicht so wie in Österreich dennoch befürworten.

Eine totale Kontaktsperre empfiehlt auch Prof. Karsten Feige von der TiHo. Doch manchmal seien Turnierveranstalter uneinsichtig, weil sie etwa befürchteten, dass sie bei Absagen Sponsorengelder zurückzahlen müssten. Wie viele Fälle es in der Region womöglich gibt, weiß Feige genauso wenig wie das zuständigen Veterinäramt der Region. Die TiHo behandele aktuell aber Fälle in ihrer Isolierstation. „Für den einzelnen Besitzer ist das eine Katastrophe“, weiß Feige.

Nicht nur, was den möglichen Verlust des geliebten Tieres betrifft. Denn die Medikamente müssen die Eigentümer selbst bezahlen - zwischen 500 und 700 Euro am Tag, meist sieben Tage lang. Dazu kommen Tierarzt- und Hygienekosten, die sich schnell auf mehrere Tausend Euro summieren.

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