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Wolf auf der Straße bei Müllingen gesichtet

Sehnde Wolf auf der Straße bei Müllingen gesichtet

Erneut ist auf Sehnder Stadtgebiet ein Wolf gesichtet worden. Er lief am Montag nördlich von Müllingen zum Teil direkt auf der Straße in Richtung Wald. Vermutlich handelt es sich um dasselbe Tier, das in den Tagen zuvor in Laatzen und Springe beobachtet worden war.

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Auf der Kreisstraße unterwegs in Richtung Bockmerholz: ein Wolf. Autos irritieren ihn kaum.

Quelle: privat

Müllingen. Kurz vor 17 Uhr wurde dem Müllinger Heinz Hermann Nolle - er ist Mitglied der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe - von Dorfbewohnern mitgeteilt, dass an der Straße nach Ingeln ein Wolf gesehen worden sei, der parallel zur Autobahn 7 nach Norden laufe. Zusammen mit seinem Sohn Thomas fuhr Nolle daraufhin auf der Kreisstraße in Richtung Tivoli.

Noch weit vor dem Wald, in Höhe der Bruchriede, bemerkte Nolle ein größeres Tier im Schilf der Uferböschung. Kurz darauf verließ es die Deckung und näherte sich der Straße. Schließlich war es kaum noch 20 Meter entfernt und für Nolle stand fest: "Es handelte sich zweifelsfrei um einen Wolf." 

Er schätzt das Alter auf etwa anderthalb Jahre. Nicht zu erkennen war, ob das Tier männlich oder weiblich war. Einen Sender trug es offenkundig nicht. Da der Wolf auf der Straße entlang lief und dadurch stark gefährdet war, stieg Thomas Nolle aus, klatschte in die Hände und schrie ihn an. Darauf ergriff der Wolf kurz die Flucht und lief auf das Feld. Dort verfiel er aber schnell wieder in einen unaufgeregten Trott, sah sich mehrfach um und verschwand schließlich im Unterholz.

Angst habe er nicht gehabt, sagt Thomas Nolle. "Zumindest in den letzten 20 Jahren hat es in Deutschland keinen Übergriff eines Wolfes auf einen Menschen gegeben", erklärt er, und er sei über ihr Verhalten gut informiert. Wenn das Tier allerdings aufgrund von Geschrei und Klatschen nicht sofort weggelaufen wäre, "wäre ich schnell wieder eingestiegen".

Nina Graupner, Wolfsberaterin für die Region Hannover, vermutet, dass es sich um dasselbe Tier gehandelt hat, das an den Ostertagen auch auf Laatzener und Springer Gebiet gesichtet worden sei. Ein Wolf könne in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurücklegen, erläutert Graupner.

Sie nimmt an, dass das Tier nur auf dem Durchzug sei und sich hier nicht dauerhaft aufhalten werde, auch wenn Wölfe entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben keine größeren zusammenhängende Waldgebiete bräuchten. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich ein Rudel in der Region Hannover angesiedelt hat", sagt Graupner.

Bisher hatte es auf Sehnder Gebiet zwei mögliche Wolfssichtungen gegeben: Bei Gretenberg und bei Haimar. Dort war ein Reh gerissen worden. Die Ergebnisse der DNA-Untersuchung liegen aber noch nicht vor.

Am Osterwochenende hatte es bereits mehrere Berichte über einen Wolf im Süden der Region Hannover gegeben.

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Über das Feld nähert sich der Wolf in geruhsamem Trott dem Wald.

Quelle: privat
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