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Museum zeigt Zuckerfabriken im Miniformat

Sehnde Museum zeigt Zuckerfabriken im Miniformat

Nils Kehrel ist vermutlich der Einzige, der längst abgerissene Zuckerfabriken als Modelle nachbaut. Schon allein deshalb hat die Sonderausstellung, die jetzt im Sehnder Regional-Museum auf dem Gutshof Rethmar zu sehen ist, Seltenheitswert.

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Modellbauer Nils Kehrer erklärt das Modell der ehemaligen Lehrter Zuckerfabrik, an dem er seit zwei Jahren arbeitet und das noch nicht ganz fertig ist.Modellbauer Nils Kehrer erklärt das Modell der ehemaligen Lehrter Zuckerfabrik, an dem er seit zwei Jahren arbeitet und das noch nicht ganz fertig ist.

Quelle: Heine

Rethmar. Die Schau trägt den Titel "Zuckerfabriken aus der Region und um Sehnde". Bereits 2013 hatte die Gelegenheit bestanden, einen Blick auf die mit Liebe zum Detail aus Pappe und Papier hergestellten Panoramen zu werfen. "Die aktuelle Ausstellung ist noch besser", sagt Erhard Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins. Er hofft, dass nun der alte Rekord von 5000 Besuchern geknackt wird.

Gezeigt werden diesmal 14 Modelle, darunter die Lehrter Fabrik, die 1998 geschlossen wurde. Sie teilte das Schicksal der meisten Anlagen und fiel der Abrissbirne zum Opfer. An der Mini-Version dieser Fabrik hat Kehrel bereits zwei Jahre lang gearbeitet.

Sie ist noch nicht ganz vollständig. "Da fehlen noch Silos, Werkstattgebäude und Absetzteiche", sagte Ausstellungsbesucher Eckhard von Alm. Der Betriebsschlosser, der vor 30 Jahren in der Lehrter Fabrik gearbeitet hat, erzählte von seinem ehemaligen Arbeitsplatz. "Ich war für die Förderbänder zuständig. Ohne mich lief nichts."

Bastler Nils Kehrel hat sich mit dem Lehrter Modell besonders viel Mühe gegeben. Die Pflastersteine sind aus unzähligen, winzig kleinen Papierquadraten zusammengesetzt. In die Farbe eingeriebener Sand sorgt für die nötigen Gebrauchsspuren. Ein Jahr lang wird die Fertigstellung wohl noch in Anspruch nehmen.

Damit alles ganz authentisch erscheint, hat Kehrel Fotos vom Abriss der Fabrik im Stadtarchiv studiert und Abbildungen in dem Buch "Lehrte im Großen Freien", die nicht nur die Schokoladenseite der Anlage, sondern auch die Rückseite zeigen.

Die Modelle erzählen Industrie-Geschichte. "Früher gab es in der Braunschweig-Hildesheimer Bördelandschaft 140 Zuckerfabriken. Heute sind es in Niedersachsen nur noch vier, die dank moderner Technologie die gleiche Leistung erbringen", erklärt Kehrel, der sich schon als Kind für die Zuckerherstellung begeisterte.

Franz Hesse, Leiter des Agri-Centers in der Zuckerfabrik Clauen, machte bei der Ausstellungseröffnung darauf aufmerksam, dass die Marktordnung für Zucker, die die Absatzmengen von Rüben zu Mindestpreisen regelt, Ende 2016 ausläuft. Das werde den Wettbewerb anfachen, sagte er. Der Zuckerverbrauch sei über die Jahre stabil und liege bei 33 Kilogramm pro Person pro Jahr.

Das Regionalmuseum am Gutshof Rethmar ist an Sonn- und Feiertagen von 14:30 bis 17:30 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

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