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Initiative bekommt Gegenwind

Dolgen Initiative bekommt Gegenwind

Am geplanten Windkraft-Testfeld in Dolgen hat die Bürgerinitiative (BI) „Windkraft mit Verstand“ kein gutes Haar gelassen. Dagegen wehrt sich nun die Firma Windwärts Energie: Die Behauptungen entsprächen nicht der Realität, trotzdem mache die BI damit Stimmung gegen das Testfeld.

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In freier Landschaft wie zwischen Sehnde und Lehrte stören Windräder kaum jemanden.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Dabei wolle man statt der geforderten 800 sogar 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung halten. Windwärts-Pressesprecher und Projektplaner Stefan Dietrich wird in seiner Kritik deutlich: „Auf der Basis nicht zu belegender Behauptungen schürt die BI Ängste in der Bevölkerung und versucht, eine sachliche Diskussion zu verhindern.“ Für den Baubeginn gebe es auch noch keinen Termin. Insgesamt geht es um sieben Punkte, die die BI als Argumente gegen ein Windkraft-Testfeld in Dolgen eingebracht hat:

Das Testfeld entstehe in nur 800 Meter Entfernung zur Wohnbebauung: Falsch, meint Dietrich. In Übereinstimmung mit der Stadt Sehnde plane Windwärts sogar mit Mindestabständen von 1000 Metern - die Region Hannover habe dagegen nur 800 Meter gefordert.

Die Windräder erzeugen Lärm: Die Geräusche, die bei Wohngebäuden ankämen, entsprächen höchstens denen einer leisen Unterhaltung, sagt dagegen Dietrich.

Der erzeugte Infraschall könne Kopfschmerzen, Tinnitus und Konzentrationsstörungen zur Folge haben: Eine Gesundheitsgefährdung durch Infraschall sei nicht belegt, sagt Windwärts. Der von Windrädern erzeugte Infraschallpegel liege deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen - selbst bei Abständen von nur 150 bis 300 Metern. Empfundene Belästigungen seien rein subjektiv.

Durch Schattenwurf tagsüber entstehe ein ständiger ,,Disco-Effekt“: Es sei klar geregelt, dass die Verschattung von Gebäuden pro Jahr nicht mehr als etwa acht Stunden betragen dürfe, entgegnet Dietrich. Dies werde von einer Abschaltautomatik registriert. Lichtreflexionen an den Anlagen würden durch matte Lackierung ausgeschlossen,

Blinkende Sicherheitsleuchten stören die Nachtruhe: Die Warnleuchten würden nach unten abgeschirmt, sodass sie überwiegend nach oben abstrahlen, erklärt Windwärts. Eine Störung der Nachtruhe sei daher nicht zu erwarten.

Tod durch Erschlagen von Windrädern ist die häufigste Todesursache bei Vögeln: Diese Aussage stelle eine „geradezu groteske Verdrehung der Tatsachen“ dar, sagt Dietrich. Die meisten Vögel fielen dem Straßenverkehr, der Kollision mit Fensterscheiben und Stromleitungen zum Opfer. Gutachten hätten für Dolgen eindeutig belegt, dass von den geplanten Windrädern keine besonderen Gefahren für Vögel und Fledermäuse ausgingen.

Jedes Windrad verteuert den Strom, weil große Mengen Windstrom ungenutzt blieben, da sie das Netz nicht aufnehmen kann: Die Netze in der Region Hannover seien auf hohe Lasten ausgelegt und ihren Aufgaben gewachsen, meint dagegen Dietrich. Selbst in den windstarken Monaten November und Dezember habe es keine Abschaltungen wegen zu hoher Strommengen gegeben.

„Es fällt auf, dass von der BI übergeordnete Ziele des Klimaschutzes ebenso ausgeklammert werden wie Gesundheitsgefahren durch die Kohleverstromung“, resümiert der Projektplaner.

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