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Wahrendorff: Linke wollen Mitarbeitern helfen

Sehnde Wahrendorff: Linke wollen Mitarbeitern helfen

Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, will sich für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Klinikum Wahrendorff auf Bundesebene stark machen. Das hat sie bei einer Versammlung der Gewerkschafter in Sehnde angekündigt.

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Jutta Krellmann, Bundestagsabgeordnete der Linken, sagt den Gewerkschaftern und Mitarbeitern des Klinikums Wahrendorff ihre Unterstützung zu.

Quelle: Sandra Köhler

Ilten. Fachkräftemangel, fachfremde Arbeit ohne Zulagen, zu knapp besetzte Schichten, Überlastung - die Liste der Klagen von Mitarbeitern ist lang. "Was ihr hier erzählt, passiert in vielen Betrieben", sagte Krellmann und versprach: "Ich werde eure Erfahrungen mit nach Berlin nehmen." Trotzdem dämpfte sie Erwartungen, dass Bundespolitik schnell etwas ändere. "Wenn ihr was erreichen wollt, müsst ihr euch selbst bewegen und etwas auf die Beine stellen."

 Das Gesundheitswesen sei ein politisches Thema, betonte auch Verdi-Gewerkschaftssekretärin Brigitte Horn. Es sei doch für das Land ein Leichtes, die Vergabe von Geldern an Bedingungen wie vernünftige Arbeitsbedingungen zu knüpfen. Zum Hintergrund: Das Land will den geplanten, 65 Millionen teuren Neubau bei Wahrendorff mit 48 Millionen Euro fördern. Auch müssten die Kontrollmechanismen verbessert werden: "Wenn Kontrollen erfolgen, sind sie angemeldet."

Auch die Entlohnung steht in der Kritik. Trotz Erhöhung der Gehälter um 3 Prozent liege man immer noch 30 Prozent unter dem öffentlichen Dienst, sagt Betriebsratschef Hartmut Völger. Und wer seine Beschäftigung vor dem 1. März aufgebe, müsse die einmalige Sonderzahlung über 1000 Euro zurückerstatten: "Trotzdem hatte ich allein in der letzten Woche fünf Mitarbeiter, die gehen. Wir werden immer weniger und die Last für die, die bleiben, wird immer größer."

Mit Blick auf ihren Besuch bei den Streikenden der Kantine in der Universitätsklinik Göttingen sagte Krellmann: "Das Motto dort ist 'Gleiches Geld für gleiche Arbeit'. Und das wollt ihr ja auch. Organisiert etwas." Denn Öffentlichkeit sei der empfindliche Punkt der Geschäftsführung.

Stephan Hormann von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim sagte den Sehndern seine Unterstützung zu - wenn sie denn etwas auf die Beine stellten, was die Diskussion öffentlich befeuere und Druck erzeuge: "Wenn wir allein mit zehn Leuten vor eurem Tor auftauchen und sagen 'Wir finden doof, was hier passiert', dann nützt das nichts."

Von Sandra Köhler

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