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KGS-Schüler erinnern an Nazi-Opfer

Sehnde KGS-Schüler erinnern an Nazi-Opfer

Die KGS Sehnde hat am Donnerstag mit einer Ausstellung an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Ziel war, der Erinnerungskultur trotz der Zeugnisausgabe genügend Raum zu geben. Mit eine der Ausstellung, einer Fahrt nach Auschwitz und einer AG sollen Schüler nachhaltig eingebunden werden.

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Mit einer Ausstellung erinnert die KGS Sehnde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. "Keiner der Besucher wird hier heute rausgehen und denken 'Auschwitz hat es nie gegeben'", sagt Dirk Krüger. Der Lehrer hat gemeinsam mit seinen Kollegen Lena Soltendiek und Jens Wilczek die Ausstellung organisiert, die die bisher an der KGS üblichen Gedenkfeiern ablöst.

In fünf Räumen widmet sie sich nicht nur der Geschichte der Sehnder Juden. Sie informiert auch über den Holocaust selbst, die Vernichtung am konkreten Beispiel des Lagers Auschwitz, die geschichtlichen Fakten des Nationalsozialismus und die heutige Gedenkkultur mit ihren Mahnmalenen, Gedenkveranstaltungen, Literatur, Filmen und anderen Medien.

Passend zur Selbstverpflichtung als Träger des Prädikats "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" entwickelten die Pädagogen nach einer Fortbildung in Auschwitz ein Konzept, bei dem Schüler aktiv und kreativ an der Erinnerungskultur mitwirken können. Ganz essentiell, sagt Krüger, sei dabei eine Fahrt ins Konzentrationslager. Lehrer und Schüler werden die Stätte und deren Geist dabei auf sich wirken lassen. Mit ihren Eindrücken sollen sie in einer Arbeitsgemenschaft die Schau modifizieren. Dazu sollen etwa Aufzeichnungen dienen, in denen Schüler nach dem Besuch der Schau anonym ihren Gefühlen und Wahrnehmungen Form geben. Die Schüler, die mit nach Auschwitz fahren, sollten mindestens 14 Jahre alt sein, die Eltern würden über die Fahrt vorher genau informiert, erklärt Soltendiek.

Angesichts der Bilder und Texte, etwa darüber wie Internierten mit Entfernen von Kleidung, Haaren und Namen und dem Tätowieren einer Nummer  gezielt ihre Identität und Würde genommen wurde, waren die Neutklässlerinnen Isabell, Justine und Julia sehr betroffen. "Man weiß ja, was damals passiert ist. Aber das jetzt so genau zu sehen. Es ist schrecklich zu wissen, was Menschen tun können", sagt Justine. "Das ist unmenschlich und darf nie wieder geschehen", waren sich die Mädchen einig. Und damit haben sie auf unmittelbare Weise erfahren, was Roman Herzog 1996 bewog, den Gedenktag einzuführen: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

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Von Sandra Köhler

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