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Preisrichter guckt auch in die Ohren

Ilten Preisrichter guckt auch in die Ohren

Der Kaninchenzuchtverein F 74 Ilten führt bei der Jungtierschau rund 60 Tiere vor - vom Grauen Wiener über den Braunschwarzen Thüringer bis hin zum Deutschen Widder in Grau.

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Der rote Zwergwidder bleibt gelassen - bei der Prüfung werden auch seine Öhrchen vermessen.

Quelle: Katja Eggers

Ilten. Karl Wiegand guckt genau hin. Auf dem Tisch vor sich hat der erfahrene Preisrichter ein Weißgrannenkaninchen. Wiegand setzt das Tier ordentlich in Position, stellt ihm die Öhrchen auf, streicht mit der Hand über das Fell, pustet kurz hinein. Er prüft, ob das Kaninchen eine korrekte Körperform hat, misst mit dem Zollstock die Länge der Ohren und schaut hinein, ob der Gehörgang frei ist.

Mit einem geübten Griff dreht er das Tier auf den Rücken, guckt nach dem Geschlecht, den Zähnen und den Krallen. „Ich überprüfe, ob das Tier gesund ist, gut gehalten wird und die Vorschriften für seine Rasse erfüllt“, sagt Wiegand und zeigt auf den dicken Katalog neben sich.

Bei der Jungtierschau des Kaninchenzuchtvereins F 74 Ilten hat der Preisrichter am Sonntag den Nachwuchs aus dem Zuchtjahr 2015 bewertet. Rund 60 Kaninchen elf verschiedener Rassen wurden ihm vorgestellt - vom Grauen Wiener über den Braunschwarzen Thüringer bis hin zum Deutschen Widder in Grau. Die besten vier Tiere erklärte Wiegand zu Meistern des Großen Freien.

Dem zweieinhalbjährigen Max waren die vielen Katalogkriterien, auf die es bei der Kaninchenzucht ankommt, hingegen völlig egal. Er spazierte viel lieber von Käfig zu Käfig und freute sich, wenn die Tiere mit ihren schnuppernden Näschen ganz nah ans Gitter kamen. Bei Züchter Klaus Baustian durfte Max zudem ein kleines Kaninchen der Rasse Farbenzwerg auf den Arm nehmen.

Dem Verein fehlen vor allem junge Züchter

Der Kaninchenzuchtverein F 74 Ilten besteht seit 1958. Von den 60 Mitgliedern sind nur noch 13 aktive Züchter. Züchterinnen gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben. „Kürzlich meldete mal eine Frau Interesse an, ist dann doch zu einem anderen Verein gegangen, weil dort die Frauenquote besser ist“, sagt Franz Bollig von F 74.

Überhaupt mangelt es F 74, ebenso wie vielen anderen Vereinen, an Nachwuchs. „Wir leiden unter Überalterung, es fehlen die jungen Züchter“, sagt Bollig. Die einstige Jugendgruppe wurde mittlerweile aufgelöst. Auch die Kaninchen-AG, die Bollig an der Wilhelm-Raabe-Schule in Ilten geleitet hat, gibt es seit eineinhalb Jahren nicht mehr. „Kinder mögen Kaninchen als Haustiere zum Streicheln“, sagt Bollig. Dass Kaninchen aber vor allem Nutztiere sind und zur Zucht in der Regel auch die Schlachtung gehört, sei vielen Kindern und auch deren Eltern nur schwer zu vermitteln.

Froh ist man bei F 74 derweil, dass dem Verein jüngst vier neue Züchter beigetreten sind. Als Grund nennt Bollig unter anderem das aktive Vereinsleben. So bietet F 74 etwa Tagesfahrten auch für Nichtzüchter an.

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