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Graf Adalbert stiftete die erste Kirche

Sehnde Graf Adalbert stiftete die erste Kirche

Fast auf den Tag genau vor 900 Jahren ist die Kirchengemeinde Haimar gegründet worden - genau am 11. Mai 1117, wie eine Urkunde belegt. Das wird am Sonntag mit einem großen Fest, der Landessuperintendentin Petra Bahr und einem Konzert der international renommierten Violinistin Franziska König gefeiert.

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Die St.-Ulrich-Kirche in Haimar ist am Sonntag Mittelpunkt des Festaktes. Sie wurde 1788 fertig.

Quelle: Katja Eggers (Archiv)

Haimar. Im Mittelalter gehörte Haimar zum Kirchspiel Evern, und das wiederum zur Mutterkirche in Lühnde. Erst die Stiftung des Grafen Adalbert von Heimer und seines Sohnes Berthold machte die Gründung einer selbstständigen Kirchengemeinde möglich. Nach der Stiftungsurkunde von 1117 bildete zunächst nur die Ortschaft Evern die Kirchengemeinde. Bald aber kamen Haimar, Dolgen und Gilgen (1519 aufgegebene Siedlung bei Haimar) hinzu. Die heutige St.-Ulrich-Kirche wurde erst 1788 fertig. Der Name geht auf Reliquien des heiligen Ulrich zurück, die dem Grafen gehörten. "Die Vermutung, dass die frühere Kirche im 12. Jahrhundert gebaut wurde, lässt die Zeichnung im Staatsarchiv Hannover erkennen", sagt Doris Fischer vom Kirchenvorstand, die eine detailreiche Chronik verfasst hat.

Der alte Kirchbau musste im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und ausgebessert werden. Blitzschlag und Sturm beschädigten das Gebäude, Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg dezimierten die Ausstattung. Auch beim Neubau in den 1780er-Jahren wurde der Altar im Zeitalter der Aufklärung zerschlagen. Nur dessen kunstvolle Schnitzerei unterhalb des Altarbilds wurde gerettet. Das Abendmahlbild aus dem Jahr 1661 ziert heute die Südwand der Kirche.

"Die Aufklärung war ein tiefer Einschnitt in der Geschichte der Gemeinde", erläutert Fischer. "In die Kirche zog der Vernunftglaube ein." Selbst Männer wie der Preußenkönig Friedrich II. seien zu Spöttern über die Religion geworden. Außerhalb der Gottesdienstzeiten wurde die Kirche geschlossen. Im Rückgriff darauf gibt es heute deshalb auch regelmäßig das Angebot "offene Kirche" außerhalb des Sonntags. Immerhin hatte die auf einem Sandsteinsockel errichtete Kirche einen weltlichen Nutzen: Der dreistöckige Westturm diente früher Reisenden und Fuhrleuten als wichtiger Orientierungspunkt. Denn er strahlte in weiß und hat nach einer Sage einem Fremden, der sich in dunkler Nacht verirrt hatte, den Weg gewiesen.

Erst 1982 endete die kirchliche Eigenständigkeit in Haimar. Die Hannoversche Landeskirche wollte sparen und schloss das Pfarramt. Seitdem ist die Kirchengemeinde mit der in Rethmar verbunden, wo auch der Sitz des Pfarramtes ist.

Das Fest-Programm

Auftakt der Feierlichkeiten am Sonntag ist der Festgottesdienst mit Landessuperintendentin Petra Bahr und Superintendentin Sabine Preuschoff-Kleinschmit um 11 Uhr. Das Gemeindefest beginnt im Anschluss um 12.30 Uhr. Dazu gehören etwa die Turmbesteigungen (um 13, 14, 15.15 und 17 Uhr) sowie der historische Rückblick mit einer Ausstellung der Kunst-und Kulturgüter. Für die jüngeren Besucher wird das Murmiland aufgebaut, es gibt das Zauberer-Kino (15.30 bis 16.30 Uhr), Bilderbuchkino (14.30 und 16.45 Uhr) und eine Ballonaktion (17.15 Uhr).

Violinistin Franziska König spielt Bach und Ysaye

Zum Kirchenjubiläum kommt die international renommierte Violinvirtuosin Franziska König nach Haimar. Ihr Konzert im Gotteshaus am Sonntag, 14. Mai, beginnt um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber willkommen. König spielt dabei Werke von Johann Sebastian Bach und Eugene Ysaye. Das sei ein besonderes Musikerlebnis, versprechen die Veranstalter. Die Solo-Sonaten und Partiten des Komponisten Bach und die virtuosen Sonaten des Belgiers Eugene Ysaye gehörten zu den schönsten Meisterwerken der Weltliteratur für Violine. König verfüge über die Gabe, diese Musik in all ihren Nuancierungen und Facetten einzufangen und habe damit zuletzt in Mexiko, Taiwan, China und den USA große Erfolge gefeiert.

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Von Oliver Kühn

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