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In Rethmar steht jetzt eine Luthereiche

Sehnde In Rethmar steht jetzt eine Luthereiche

Mit 40 Kindern der Kita Huckmuck und der Vorkonfirmanden hat die Kirchengemeinde Rethmar am Dienstag eine Luthereiche gepflanzt. Der Baum soll an die durch Luther angestoßene Reformation im Jahr 1517 erinnern. Sie ist eine von 300, die im Lutherjahr im Gebiet der gesamten Landeskirche gepflanzt werden.

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Karl-Heinz Reinsch pflanzt den Baum mit viel Unterstützung der Kinder in das vorher ausgehobene Loch.

Quelle: Michael Schütz

Rethmar. Eigentlich hätte Hans-Jürgen Pabst den Baum gern mit einem eigenen Gottesdienst verbunden, in dessen Verlauf das Gewächs dann in die Erde gebracht worden wäre. Das frühlingshafte Wetter allerdings hatte dem Pastor in Rethmar und seiner Gemeinde einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und so kam es an der Kirche recht spontan zu einem Projekt, bei dem rund 40 Kinder der Minikonfirmanden und des Kindergartens Huckmuck die Taufpaten der neuen Luthereiche in Rethmar wurden. "Eigentlich ist es fast schon zu spät", befand Kirchenvorstand Karl-Heinz Reisch, der sich um die gärtnerischen Belange kümmerte. "Die Vegetationsphase beginnt gerade." Je später der Baum gepflanzt werde, desto schlechter könne er anwachsen.

Und so tummelten sich die Kinder auf dem Kirchhof, um beim Setzen des Baums eifrig mitzuhelfen. Über die Bedeutung waren sie schon aufgeklärt worden. "Wir haben im Kindergarten in einer Art Zeitmaschine die verschiedenen Stationen Luthers behandelt", sagte Huckmuck-Mitarbeiterin Beate Schmahlstieg. Dazu kam eine Puppe des Reformators zum Einsatz, die auch am Dienstag dabei war.

Die Wiese an der Kirche, einst der Friedhof der Gemeinde, hat ein gewissen Symbolcharakter, denn just an der Stelle hatte einst eine Friedenseiche gestanden, die zum deutsch-französischen Krieg 1870 gepflanzt worden war. Nicht weit entfernt steht sogar noch eine weitere Friedenseiche, die seit 1815 an den Wiener Kongress erinnert.

Baum erinnert an das Verbrennen der Bannbulle

Förster denken in längeren Zeiträumen. Und so hatte Andreas Kretschmer im Jahr 2007 bereits das jetzige Lutherjahr in Sinn, als er an der Luthereiche in seiner Heimatgemeinde Polle im Weserbergland Eicheln sammelte und sie in einer Baumschule in Schleswig-Holstein aufziehen ließ. Der Baum, von dem sie stammen, war 1917 zum 400. Reformationsjubiläum gepflanzt worden. 300 Eichen sind aus Kretschmers Sammelaktion hervorgegangen. Diese werden im Lutherjahr, das am 31. Oktober begonnen hat, im Gebiet der gesamten Landeskirche Hannover gepflanzt. Auch die Eiche in Rethmar stammt aus Polle.

Die Tradition der Luthereiche geht auf den Baum in Wittenberg zurück, die der Reformator als Ort aussuchte, um dort das päpstliche Bannschreiben zu verbrennen. In Deutschland stehen zurzeit rund 100 Luthereichen, die größtenteils 1838 zum 400. Geburtstag Luthers gepflanzt wurden.

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Von Michael Schütz

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