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Kleine Dörfer bei der Stadtplanung nicht vergessen

Sehnde Kleine Dörfer bei der Stadtplanung nicht vergessen

Die Ratsgruppe SPD/Grüne fordert, bei der Ausweisung von künftigen Baugebieten und Gewerbeflächen in Sehnde auch die kleineren Ortsteile zu berücksichtigen.

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Nach dem großen Neubaugebiet "Kleines Öhr" in der Kernstadt sollen auch in den Dörfern Baugebiete ausgewiesen werden.
 

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde.  Die Stadt Sehnde wird in den nächsten zehn Jahren deutlich wachsen – aber hauptsächlich in der Kernstadt sowie in den großen Ortsteilen Rethmar und Ilten. Doch bei künftigen Planungen für Baugebiete dürften die kleinen Dörfer nicht vergessen werden, fordert die Ratsgruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen. Auch kleinere Wohnungen für Studenten im Bereich des Bahnhofs und sozialen Wohnungsbau im früheren Bundessortenamt in Rethmar kann sich die Gruppe vorstellen. Darüber hinaus müsse die Verwaltung dringend neue Gewerbeflächen ausweisen und vor allem mehr Firmen anwerben. Dafür müsse das Personal im Rathaus aufgestockt werden.

Das Neubaugebiet „Kleines Öhr“ am nördlichen Rand der Kernstadt wird gerade erschlossen. Dort entstehen bis zu 57 Bauplätze. Noch größer wird das geplante Baugebiet Rethmar-West. Auf dem rund 17 Hektar großen Gelände westlich des Bundessortenamts sollen in den nächsten Jahren mehr als 100 Einheiten entstehen, die Fläche hat die Stadt bereits erworben. Damit werde nach Jahren des Stillstands endlich wieder eine bauliche Entwicklung ermöglicht, erläutert Gruppensprecher Olaf Kruse (SPD): „Dies Baugebiet wollen wir aber in drei Abschnitten entwickeln.“ Dann müsse nicht noch zusätzliche Infrastruktur wie Krippe, Kita oder Grundschule geschaffen, sondern es könnte die in Rethmar bereits vorhandene genutzt werden. 

Neben diesem Schwerpunkt sieht die Gruppe die Notwendigkeit, auch in den kleineren Dörfern neue Baugebiete auszuweisen. „Für den Ortsteil Wehmingen sollen konkrete Planungen aufgenommen werden“, sagt Kruse, der dort Ortsbürgermeister ist. Die Entwicklung von Bauland sei für die Stadt langfristig gesehen über den Verkauf an Bauherren hinaus und mit Blick auf die Neubürger eine wichtige Einnahmequelle, meint auch Günter Pöser, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Die Einkommenssteuer ist mittlerweile ein größerer Posten im Haushalt als die Gewerbesteuer.“ Abgesehen von diesem Schwerpunkt kann sich die Gruppe im geplanten Baugebiet „Maschwiesen“ nahe dem Bahnhof kleinere Wohnungen für Studenten sowie eine Nutzung von Gebäuden oder Flächen des Bundessortenamts „im Sinne eines sozialen Wohnungsbaus“ vorstellen.

Deutlich mehr Tempo wünscht sich die Gruppe bei der Entwicklung von neuen Gewerbeflächen. „Das ist dringend erforderlich, wir sind mit Gewerbeflächen ausgelutscht“, betont Kruse. Die Stadt habe bereits ein großes Areal erworben, das sich an das bestehende Gewerbegebiet am Borsigring anschließe – aber passiert sei bislang nichts, kritisiert der SPD-Fraktionschef: „Der Bürgermeister müsste mehr Firmen in die Stadt holen, nicht zuletzt wegen der Arbeitsplätze.“ Dabei müsse auch ein Mischgebiet ausgewiesen werden, in dem Gewerbetreibende auf ihren Grundstücken dauerhaft wohnen dürfen. Zudem könnten kleinere Einheiten auch in den Ortsteilen wie etwa südlich der B65 am Ortsausgang von Rethmar in Richtung Evern entstehen. 

Um diese Städteplanung zeitnah voranzutreiben, fordert die Gruppe, den zuständigen Fachdienst im Rathaus um eine Vollzeitstelle aufzustocken. Aber auch eine Personalerhöhung bei der Gebäudewirtschaft müsse man im Rahmen der Haushaltsberatungen diskutieren. „Das erhöht zwar die Personalkosten, beschleunigt aber die Prozesse deutlich“, resümiert Pöser.

Von Oliver Kühn

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