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Von Flachwitzen bis zu bösem Spott

Sehnde Von Flachwitzen bis zu bösem Spott

Beziehungen zwischen Mann und Frau - das wissen wir nicht erst seit Mario Barth - sind nicht ganz einfach. Das weiß auch Bernd Stelter und hat darüber ein abendfüllendes Programm geschrieben. Am Sonnabend hat er es im restlos ausverkauften Theater im Kornspeicher auf dem Gutshof Rethmar vorgestellt.

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Mit Perücke: Als Studiendirektor zitiert Bernd Stelter im Kornspeicher auch Hesse und Kästner.

Quelle: Michael Schütz

Rethmar. Der Zuschauerzuspruch in Rethmar war der beste Beweis, dass der Komiker und Sänger einer der Schwergewichte der deutschen Comedy ist - nicht zuletzt durch zahlreiche Fernsehsendungen, in denen er auftritt. Und seine Fans wissen, was sie erwartet. Deswegen sind sie früh auf seiner Wellenlänge und lachen beim kleinsten Gag.

Spitzzüngige Ironie erwarten die wenigsten Kulturgänger, wenn sie den Namen Stelter hören, und es sind tatsächlich auch einige nicht mehr ganz frische Flachwitze im Programm. So etwa, wenn er dem Publikum zu verstehen gibt, dass das Wort Ehe noch von der Römern stamme: „Es ist die Abkürzung für Errare humanum est“, Lateinisch für „Irren ist menschlich.“ Seine Zuhörer finden aber auch dieses Niveau zum Schenkelklopfen komisch. Fehlen eigentlich nur noch Tusch und Narrhallamarsch.

Aber der gemütliche Westfale, der im Rheinland wohnt, hat mehr drauf als Karneval. Er schlüpft in seinem Programm „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ in die unterschiedlichsten Rollen und gibt dabei durchaus tiefgreifende Einsichten von sich. Als Studiendirektor vom Rosamunde-Pilcher-Gymnasium (Tusch) zitiert er Hesses Steppenwolf und das tiefmelancholische Gedicht „Sachliche Romanze“ von Erich Kästner. Und so ganz nebenbei bekommen rechtslastige Politiker der bayerischen CSU eins mit: Es sei schon gewagt, meinte Stelter, wenn Verkehrsminister Alexander Dobrindt Schwule und Lesben als schillernde Minderheit bezeichne: „In einem Land in dem Männer in kurzen Lederhosen sich auf dem Tanzboden drehen, sich auf den Hosenboden hauen und dabei spitze Schreie ausstoßen.“ Da trieft bei Stelter der böse Spott in reiner Kabarettform.

Und so haben die zwei Stunden in Rethmar für jeden Geschmack etwas geboten - kein Wunder also, dass Stelter ein so breites Publikum fasziniert und deswegen kein Sitz frei blieb.

Von Michael Schütz

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