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Kunstvoller Krökeltisch als Gesellenstück

Haimar/Evern Kunstvoller Krökeltisch als Gesellenstück

Tische, Schränke und Sideboards sind Klassiker unter den Werkstücken, die Tischlerauszubildende als Gesellenstücke anfertigen. Deutlich ausgefallener ist das, was sich Jonas Fischer aus Evern hat einfallen lassen: einen wundervollen Krökeltisch.

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Das Gesellenstück passt zum Hobby: Tischler-Junggeselle Jonas Fischer hat seinen Krökeltisch in den Farben seine heimatlichen Fußballvereins TSV Germania Haimar-Dolgen gestaltet.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. Richtig edel sieht es aus, das handgefertigte Stück aus französischem Nussbaumholz. „Und es wird mit der Zeit noch schöner, wenn das Holz nachdunkelt“, sagt Jonas Fischer fast ein wenig verliebt.

Rund 1100 Euro hat er in das Material investiert, allein 850 Euro schlagen für das Holz zu Buche. Die Kickerfiguren hat er - ebenso wie die Stangen - zwar fertig gekauft, aber großen Wert darauf gelegt, dass sie rot und grün sind. Denn das sind die Vereinsfarben des Fußballclubs, für den er seit seinem fünften Lebensjahr gegen den Ball tritt: des TSV Germania Haimar-Dolgen.

Bei den Fischers fällt der Apfel nicht weit vom Stamm: Vater Gerhard ist Tischlermeister - und Bestatter - und führt seit fast einem Vierteljahrhundert einen eigenen Betrieb in Haimar.

Nach dem Realschulabschluss hat Jonas Fischer zunächst seinem Vater im Betrieb geholfen und dabei festgestellt: Der Beruf liegt ihm. „Ich muss etwas mit den Händen machen. Im Büro sitzen ist nicht mein Ding.“

Aus drei rohen rauen Bohlen hochwertigen Holzes aus der Nähe von Lyon hat er den Tischkicker innerhalb der vorgegebenen 14 Tage angefertigt. Voraus gingen detaillierte Zeichnungen und genaues Planen. „Die Schrägen innen müssen stimmen, sonst funktioniert der Ballrücklauf nicht“, sagt der 21-Jährige. Bei den stylischen Torzählern aus Edelstahl hat ihm ein Cousin unter die Arme gegriffen: „Der ist Metallbauer.“

Schwierig war es, die Platte so hinzubekommen, dass der Ball nicht an den Ecken liegen bleibt. Um auszutesten, wie es geht, hat er die Ecke ebenso wie den Torkasten aus anderem Holz einmal Probe gebaut.

Gerhard Fischer war anfangs erst gar nicht so begeistert gewesen, als sein Sohn ihm eröffnete, was er für ein Gesellenstück plante. „Doch er hat es wirklich gut hinbekommen“, lobt er seinen Filius.

Da Gerhard Fischer selbst nicht ausbildet, bewarb sich sein Sohn woanders und startete die Ausbildung schließlich beim Tischler Team Eckhardt in Evern. Die hat er inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Der Jungtischler wurde als Geselle von seinem Ausbilder übernommen.

Letztlich würde es den Krökeltisch, den Fischer nach der Freisprechung mit seinen Cousins gleich in der Praxis austestete, ohne den väterlichen Betrieb nicht geben. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Vaters war es nämlich, der den Anstoß gegeben hatte: „Eigentlich wollte der schon einmal einen bauen, hatte es aber doch nicht getan. Da dachte ich mir: ,Dann mache ich das eben‘“, sagt Jonas schmunzelnd.

Von Sandra Köhler

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