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Leer stehendes Avacon-Gelände verschlingt Unsumme

Sehnde Leer stehendes Avacon-Gelände verschlingt Unsumme

Für das leer stehende ehemalige Avacon-Gelände an der B 65 in Sehnde werden nächstes Jahr Betriebskosten in Höhe von 102 000 Euro fällig. Aufgrund dieser Summe fordert der Sozialausschuss Aufklärung.

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Für das leer stehende Avacon-Gelände an der B 65 in Sehnde werden nächstes Jahr Betriebskosten in Höhe von 102 000 Euro fällig.

Quelle: Michael Schütz

Sehnde.  Im Bereich Soziales sieht die Stadt im nächsten Jahr zwar keine Investitionen vor. Dafür belasten den Haushalt andere Ausgaben, wie etwa für das leer stehende ehemalige Avacon-Gelände an der Peiner Straße (B 65) am Ortsausgang Richtung Rethmar. Dafür muss die Verwaltung im nächsten Jahr 102.000 Euro für Betriebs- und Bewirtschaftungskosten aufbringen – bei Mieteinnahmen von nur 1800 Euro. Das sorgte im Sozialausschuss unlängst für Verwunderung und erschien manchen Parteienvertretern deutlich zu hoch. „Bei diesen Summen müssen wir uns um das Gelände dringend Gedanken machen“, sagte etwa Wolfgang Toboldt (SPD).

Das Gelände hatte die Stadt vor gut einem Jahr von der Avacon für rund 700.000 Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen gekauft und dafür extra einen Kredit aufgenommen – aber zu diesem Zweck ist es wegen der zurückgegangenen Asylbewerberzahlen nie genutzt worden. Derzeit sind in dem Gebäudekomplex nur die Sehnder Tafel und die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt untergebracht. Die beiden sozialen Projekte zahlen 1800 Euro Miete im Jahr. Doch Betriebs- und Bewirtschaftungskosten wie Versicherungen, Reparaturen sowie die Grünpflege und der Winterdienst durch einen externen Dienstleister fallen weiter regelmäßig an. Damit bleibt bei der Stadt ein Minus von rund 102.000 Euro hängen. „Damit haben wir eine Verdoppelung der Betriebskosten innerhalb eines Jahres“, rechnete Toboldt vor. Das war auch für Wolfgang Ostermeyer (AfD) nicht nachzuvollziehen. „Wir wollen wissen, wofür das Geld ausgegeben wird.“ 

Der Ausschussvorsitzende Sepehr Sardar Amiri (CDU) spricht von einer „horrenden Summe“ für eine Liegenschaft, die nicht genutzt wird: „Wir brauchen ein vernünftiges Nachnutzungskonzept oder müssen uns Gedanken über einen möglichen Verkauf machen.“ Die Stadt hatte schon im vergangenen Jahr erklärt, dass der Kauf eine "strategische Entscheidung" gewesen sei und man über eine alternative Nutzung nachdenke . Passiert ist bislang aber nichts. Der Löwenanteil im Minus entfällt auf die Kosten für die Stromheizung, nicht zuletzt wegen der deutlich gestiegenen Strompreise. Der Stromverbrauch für den Komplex macht nach Informationen dieser Zeitung rund ein Drittel der Kosten aus. 

Doch die Stadt bleibe nicht auf den gesamten Kosten über 102.000 Euro sitzen, heißt es. Da die Avacon auf dem Gelände noch eine Schaltzentrale für ihr Umspannwerk betreibe, müsse sie anteilig auch Stromkosten übernehmen. Der Fachdienst Gebäudewirtschaft kalkuliere deshalb nur mit realen Kosten von rund 56.000 Euro. So sei die Verdoppelung der Kosten nur gegenüber der Planung gegeben, aber nicht im Ergebnis. Grund für die komplizierte Rechnung sei, dass eine Verrechnung von Ausgaben und Einnahmen nach dem Haushaltsrecht nicht möglich sei.

Von Oliver Kühn

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