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Grüne fürchten um den Stadtwald Papenholz

Sehnde Grüne fürchten um den Stadtwald Papenholz

Mit großer Mehrheit hat der Rat entschieden, knapp zwölf Prozent des Stadtwaldes Papenholz aus dem Schutzgebiet herauszulösen. Damit soll die Stadt Planungsfreiheit für eine mögliche Bebauung erhalten. Lediglich Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen und sprachen von einem "Drama".

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Der Stadtwald Papenholz hat viele alte Eichen und Hainbuchen und bietet zahlreichen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Der Eichen- und Hainbuchenwald in der Innenstadt ist vom Rat vor gut 20 Jahren zu einem per Satzung geschützten Landschaftsbestandteil erhoben worden, weil er wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllt und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet. Nun werden rund 8400 der insgesamt 72.000 Quadratmeter davon herausgenommen. Die Stadt wollte diese Fläche als "Planungsraum" für den eventuellen Wiederaufbau der abgebrannten Sporthalle an dieser Stelle sowie für die bereits beschlossene Erweiterung der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS) mit einem ebenfalls größeren Außengelände. Wieviel Platz dafür nötig ist, steht aber noch nicht fest und wird erst später in einem Bebauungsplan geregelt.

Für die Grünen ist die Entscheidung grundfalsch. "Wollen wir wirklich 250 Jahre alte Eichen für die KGS-Erweiterung wegmachen?", fragte Fraktionschef Günter Pöser. "Das ist ein Drama." Er halte nichts davon, Flächen aus dem Bestandsschutz "in vorauseilendem Gehorsam" zu überplanen. Die Fraktion hatte schon vor drei Jahren gegen die Herausnahme von 2200 Quadratmetern aus dem Schutzgebiet zugunsten des Kinder- und Jugendtreffs Bonhoefferhaus gestimmt. Außerdem sehen die Grünen es pädagogisch nicht als sinnvoll an, die Schule noch weiter zu vergrößern und hatten als einzige Fraktion einen zweiten Schulstandort ins Spiel gebracht. Die KGS gehört mit rund 1750 Schülern zu den größten weiterführenden Schulen Niedersachsens. 

Auch sei eine Vergrößerung des Schul-Campus, der direkt an das Papenholz grenzt, unnötig, sagte Pöser. "Die Schüler haben den Wald schon für sich als Erholungsraum entdeckt, das sieht man an den Kippen und dem Müll." Vor der Abstimmung hatte er sich noch einmal mit einem Appell an seine Ratskollegen gewandt: "Lassen Sie uns die Bäume erhalten."

Dagegen argumentierte die SPD - obwohl sie mit den Grünen im Rat eine Gruppe bildet. "Wir wollen keine Bäume wegmachen, sondern Planungsrecht schaffen", sagte Ratsherr Edgar Bäkermann, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ist. Mit der Entscheidung für eine Herausnahme könnten jetzt Träger öffentlicher Belange gefragt werden, ob sie dagegen Einwände haben. Dies beschleunige die schwierige Planung für die Schulerweiterung und den Neubau der Turnhalle und spare viel Zeit.

Die Frage von Fritz Wilke (Die Linke), ob man Restflächen, die nicht benötigt würden, wieder unverzüglich in das Schutzgebiet aufnähme, erteilte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke eine Absage: "Wenn wir das Gebiet kleiner beantragen und hinterher doch größer brauchen, ist das viel schwerer - dann beginnt das Verfahren wieder von vorne."

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Von Oliver Kühn

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