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Neue Brauerei: Die Resonanz ist riesig

Rethmar Neue Brauerei: Die Resonanz ist riesig

Die Resonanz auf Sehndes erste Brauerei im Gutshof Rethmar ist riesengroß: Nach einem Bericht im Anzeiger haben sich bei Stephan und Christoph Digwa etliche Leser mit Namensvorschlägen für die neue Brauerei und das Bier gemeldet.

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Christoph (links) und Stephan Digwa bieten ihr Bier in verschiedenen Flaschen an.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. „Mit so viel Zuspruch hätten wir im Leben nicht gerechnet“, sagt Christoph Digwa. Seit im Anzeiger zu lesen war, dass er und sein Bruder Stephan im ehemaligen Kornspeicher des Gutshofs selbst Bier brauen und für Brauerei und Bier noch einen Namen suchen, haben etliche Menschen angerufen und gemailt.

Rund 30 Namensvorschläge liegen bisher vor. Die Liste reicht von humorvollen Titeln wie „Freibier“ bis zu Namen wie „Gutshofbier“ oder „Schmiedebier“, die sich an den Gutshof und seine Gebäude anlehnen. Zur Freude der beiden Digwa-Brüder gingen auch viele historische Bezeichnungen wie „Freienbier zum Nordwald“ oder „Brauerei zum Großen Freien“ ein, die an die lange Tradition und die Geschichte des Bierbrauens in Sehnde erinnern.

Welchen Namen die neue Brauerei und ihr Bier künftig tragen soll, wollen die Brüder aber noch nicht sagen. Dies wollen sie erst zur Jahresauftaktveranstaltung des Gutshofs am 22. Januar verraten. Der Gewinner der Namensfindungsaktion wird für diesen Tag zum Kabarett im Kornspeicher eingeladen.

Gemeldet haben sich im Gutshof aber nicht nur Menschen mit Namensvorschlägen, sondern auch Interessierte und Hobbybierbrauer. Eine ältere Dame aus Sehnde habe beispielsweise mitgeteilt, dass sie eigentlich seit zehn Jahren kein Bier mehr trinke. Das selbst gebraute Bier aus Rethmar sei für sie aber nun ein schöner Grund, sich künftig durchaus wieder mal ein Glas zu gönnen. Das Bier, das sie spontan für ihren Geburtstag bestellte, haben die Digwa-Brüder ihr bereits nach Hause geliefert.

Positive Rückmeldungen kamen auch aus dem Einzelhandel. „Firmen aus Lehrte und Sehnde haben angefragt, wann wir denn bei ihnen unsere Teststände für Kunden aufbauen könnten“, berichtet Christoph Digwa. Mit seinem Bruder arbeitet er derzeit an der Verpackung des Bieres. Geplant sind unter anderem Fässer sowie Flaschen in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Verschlüssen.

Brauen im Großen Freien

Bierbrauen hat in Sehnde eine lange Tradition. Die Bewohner des Großen Freien durften bis zur Einführung der Konzessionspflicht im Jahr 1847 Bier für den Eigenbedarf brauen und auf ihren Höfen ausschenken. Im 19. Jahrhundert gab es daher viele kleine Brauereien. Bekannt waren etwa der Iltener Broyhan und die Brauerei von Hermann Kinder in Sehnde. Öffentlich feilbieten oder über die Grenzen der Amtsvogtei verkaufen durften die Freien ihr Bier aber nicht. Das Braurecht galt laut Heinz-Siegfried Strelow vom Regionalmuseum bis Mitte des 19. Jahrhunderts, eine faktische Beurkundung existierte nicht. Um die Brau- und Schankrechte gab es daher immer wieder Streit. Eine Steuer auf im Lande produzierten Alkohol wurde erst im 17. Jahrhundert erhoben. Im Jahr 1710 gab es im Großen Freien zehn Brauer, die eine Biersteuer von sechs Talern und drei Mariengroschen monatlich entrichten mussten. Die meisten Brauer waren in Ahlten und Ilten ansässig. In der Erntezeit lag der tägliche Bierverbrauch eines sogenannten Mähers oder Schnitters bei 1,5 Litern. Zwei historische Bierflaschen aus dem Großen Freien sind heute noch im Regionalmuseum auf dem Gutshof Rethmar zu sehen

Von Katja Eggers

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