Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kulturverein startet mit König Lear in Saison

Sehnde Kulturverein startet mit König Lear in Saison

Der Kulturverein Sehnde ist am Sonntag mit einer modernen Aufführung des Neuen Globe Theaters von Shakespeares König Lear in die neue Theatersaison gestartet. Das Forum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) war gut besucht. Das Stück kam beim Publikum gut an, es gab viel Applaus.

Voriger Artikel
Anmelderekord beim Hofflohmarkt
Nächster Artikel
Tango für den guten Zweck

Schrille Kostüme und komische Dramatik: Das Neue Globe Theater aus Potsdam zeigt König Lear in der KGS in Sehnde.

Quelle: Susanne Hanke

Sehnde. Der Narr mit Pudelmütze rappte, der Graf von Kent sprach im Hamburger Dialekt und die Töchter von König Lear machten als Mann eine gute Figur. Das Shakespeare damit keinesfalls brüskiert wurde, sondern der englische Humor der elisabethanischen Zeit ein Ventil in die Gegenwart fand, ist dem Neuen Globe Theater aus Potsdam zu verdanken. Die Aufführung des achtköpfigen Ensembles im Forum der Kooperativen Gesamtschule Sehnde am Sonntag bestach mit schrillen Figuren, Textspielereien, komischer Dramatik und Publikumsnähe.

Die Bühne blieb dabei spartanisch. Ein Garderobenständer prall gefüllt mit Kostümen und ein Podest bildeten den Rahmen für die extrovertierte Darstellung der einzelnen Figuren. Es ist eine komplexe Geschichte die Shakespeare um den alternden König erzählt, der sich bei seinen Töchtern zur Ruhe begeben will. Dazu gesellt sich ein zweiter Handlungsstrang der den Machtanspruch des unehelichen Sohnes zum Inhalt hat.

Die Schauspieler ließen keine Zeit für Muße. Textmonologe wurden aufgefangen im Possenspiel des Narren, kurzen Gefechten oder plötzlichen Showeinlagen. Dabei bildeten die Kostüme historische Brüche oder vielmehr biederten sich dem Zeitgeist in aufgesetzter Form an. Ein karierter Geckenanzug, Cowboy-Hut oder lange, weiße Spitzenkleider mit Blumenkränzen in den Haaren, Underdog-Look oder dunkelblaue Uniformen charakterisierten die „Spielleute“. Von derb bis bittersüß, von tragisch bis unfreiwillig komisch zeigte sich die ganze Palette Shakespeares Dichtkunst dem Publikum, das teilweise gebannt, ein wenig geschockt und herzlich lachend den Abend verbrachte.

Der Zauber beginne dann, wenn ein Miteinander von Akteuren und dem Publikum stattfinde, erklärte Dierk Prawdzik vom Ensemble, der so schön hanseatisch mit Hamburger Dialekt seinen Grafen von Kent gab. „Ich bin ne ehrliche Haut, esse aber keinen Fisch“.

Von susanne Hanke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Sehnde
doc6sml66u4nfr1xijqerv
Geselligkeit steht im Mittelpunkt

Fotostrecke Sehnde: Geselligkeit steht im Mittelpunkt