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Neujahrsempfang: Weil lobt Bürger

Sehnde Neujahrsempfang: Weil lobt Bürger

Kommunalpolitik ist ihm nicht fremd - daran hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in seinem Grußwort beim Sehnder Neujahrsempfang am Freitagabend keinen Zweifel gelassen. Er blickte auf ein Jahr voller Krisen zurück und versuchte, die Aufgaben des neuen Jahres zu definieren.

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Das Forum in der Kooperativen Gesamtschule ist bis zum letzten Platz gefüllt.

Quelle: Gückel

Sehnde. „Ich stehe hier ja fast als Amtskollege von Carl-Jürgen Lehrke“, sagte Weil in der vollbesetzten Aula der KGS und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Bürgermeister war ich bekanntermaßen einmal in einem Vorort von Sehnde.“ Für diesen nicht ganz ernst gemeinten Satz erhielt Weil gleich zu Beginn seiner Rede das Gelächter der gut 450 Besucher. Doch bei allen humorvollen Einschüben seiner Rede rückte der SPD-Politiker immer wieder die ernsten Aufgaben der Gegenwart in den Fokus.

Im Gegensatz zu Neujahrsempfängen der Vergangenheit reichte die Spannweite eines einzigen Themas von weltweiten Herausforderungen bis hin zu Problemen, vor denen eben Kommunen wie Sehnde stehen. Diesen Bogen schlug Weil, indem er seine Forderung an Deutschland und Europa klar formulierte: die Sicherung der EU-Außengrenzen, ein Kontingent für Flüchtlinge und die Integration der Neuankömmlinge. Außerdem müssten die Kinder schnell im Bildungssystem aufgenommen werden.

Vor allem aber: „Wenn Menschen das Gefühl haben, dass die Gesellschaft sie aufnimmt, dann gelingt die Integration.“ Dass die Menschen in Niedersachsen das Herz auf dem rechten Fleck haben, hätten sie in den vergangenen Monaten bewiesen. „Die Menschen haben ein ,exzellent‘ verdient“, sagte er unter dem Beifall der Gäste. Staat und Politik bescheinigte der Ministerpräsident für ihre bisherige Arbeit in der Flüchtlingsfrage jedoch ein „unzureichend“ als Note.

Ein Ausruhen indes gebe es nicht: „Wir sollten, bei allen Problemen, der Ausländerfeindlichkeit keine Chance geben.“ Kein Ministerpräsident und kein Polizist könne Gespräche in Sportvereinen oder in Kneipen führen, um die Werte der offenen und toleranten Gesellschaft mit ihren klar definierten Regeln zu vertreten: „Das kann nur eine mitfühlende Gemeinschaft leisten.“ Zugleich würdigte Weil die Arbeit der Kommunalpolitiker: „Klopfen Sie denen ruhig mal anerkennend auf die Schulter, es trifft nicht die Falschen.“

Diesen Satz teilten die Zuhörer ebenso wie Weils Wünsche für 2016: eine gute Begrüßung des US-Präsidenten Obama in der Region, eine Kommunalwahl mit großer Beteiligung, eine starke Wirtschaft und vor allem: „Ich wünsche uns, dass wir beim Rückblick auf einen so schwierigen Jahresanfang sagen können: Wir haben alle Probleme so gemeistert, dass wir uns im Spiegel anschauen können.“

Viel Prominenz im KGS-Forum

Der Sehnder Neujahrsempfang am Freitagabend ist auch ein Treffpunkt für eine große Anzahl von prominenten Gästen gewesen. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke begrüßte unter anderem seine Amtskollegin Ramona Schumann (Pattensen), den Laatzener Bürgermeister Jürgen Köhne und Klaus Sidortschuk, Bürgermeister in Lehrte, sowie Lutz Erwig, Bürgermeister in Hohenhameln, und die Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD). Auch die Landtagsabgeordneten Silke Lesemann (SPD) aus Bolzum, Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU) aus Lehrte und Regina Asendorf (Grüne) hatten wie Marco Trips, in Rethmar lebender Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds, den Weg in die KGS gefunden.

Helga Akkermann bekommt die Ehrenmedaille der Stadt

Eigentlich ist sie gar keine Sehnderin, sondern lebt in Hannover. Viele Jahre lang ist Helga Akkermann aber eines der bekanntesten Gesichter in Sehnde gewesen. Am Freitagabend hat die langjährige Leiterin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) eine besondere Ehrung erfahren. Die Frau, die sich nach Einschätzung von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke „um Sehnde ganz besonders verdient gemacht hat“, bekam die Ehrenmedaille der Stadt.

Akkermann war sichtlich überrascht, als der Bürgermeister sie gegen Ende des Neujahrsempfangs auf die Bühne im Forum bat. Mit solch einer Ehrung habe sie gar nicht gerechnet, sagte die frühere Chefin der KGS, die sich vor ziemlich genau einem Jahr in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Lehrke skizzierte indes, welchen Einfluss Akkermanns Wirken in 18 Jahren Tätigkeit (davon 14 Jahre als Chefin) auf die einzige weiterführende Schule im Stadtgebiet hatte – vom Aufbau der Oberstufe über den ersten Abiturjahrgang im Jahr 2004 bis hin zu den vielen Umbauten und Erweiterungen der Schule sowie den drei Sponsorenläufen und dem 24-Stunden-Lauf der KGS. „Sie hat die Schule mit Herz und Seele geführt“, sagte Lehrke und lobte Akkermanns Führungsqualitäten ebenso wie ihren „unermüdlichen Einsatz für die KGS“.

Der Bürgermeister vergab am Freitagabend aber auch eine ganze Reihe von Ehrungen für bürgerschaftliches Engagement in Sehnde. Stellvertretend für die rund 140 Helfer im Netzwerk ENAS, das ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge leistet, zeichnete er Anke Ahlswede, Christiane Winkenbach, Ulrike Neugebauer, Susanne Kandziora-Dziegiel und Renate Mosebach aus. Doris Fischer und Sabina Haarstrich erhielten die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement als Kranken- und Sterbebegleiterinnen im Hospizdienst.

Für das sogenannte Bouleplatz-Team, dass sich seit etwa fünf Jahren mit Hingabe um die beliebte Sportstätte am Rathaus kümmert, ehrte Lehrke Marianne und Hans Bremer, Heinz Berkefeld sowie Wolfgang Herrmann.

bis/ac

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Foto: "Wir sollten, bei allen Problemen, der Ausländerfeindlichkeit keine Chance geben", sagte Weil beim Neujahrsempfang.

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