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Pferdesteuer ist vom Tisch

Sehnde Pferdesteuer ist vom Tisch

Pferdebesitzer können aufatmen: Der Sehnder Rat hat das Thema „Pferdesteuer“ am Donnerstagabend zu den Akten gelegt. Solch eine Steuer zu erheben verursache eher Schaden als Nutzen, sind sich die Politiker einig.

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Um Haushaltslöcher zu stopfen, hatte die Gemeinde Sehnde die Einführung einer Pferdesteuer vorgeschlagen.

Quelle: Archiv (Stratenschulte)

Sehnde. Den Rednern im Sehnder Rat, die sich zur Pferdesteuer äußerten, war es fast ein wenig peinlich. Die Stadt habe mit dem Thema in den vergangenen Wochen nicht nur landes-, sondern sogar bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, hieß es. Man könne ja fast dankbar für diese Publicity sein, sagte die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Maike Vorholt (CDU) ironisch. Um den Haushalt zu sanieren, tauge eine Pferdesteuer von 200 Euro pro Tier und Jahr aber nicht. Deshalb müsse sie verworfen werden.

Sehndes Kämmerer Peter Wissmann hatte die Pferdesteuer vor mehreren Wochen als einen Baustein eines Haushaltssicherungskonzepts vorgestellt. Mit dem Programm will es die Stadt verhindern, in den kommenden Jahren tief in die Miesen zu schliddern. Es sieht unter anderem Erhöhungen von Kindergartenbeiträgen und eine Kürzung des Zuschusses zum Essen in der Mensa der Kooperativen Gesamtschule vor. Aus der Pferdesteuer seien jährliche Einnahmen von 60.000 Euro möglich, hatte die Kämmerei errechnet.

Dagegen liefen Pferdebesitzer, Reitsportler und Vertreter von Reitvereinen Sturm. Bei einer Sitzung des Sehnder Finanzausschusses Ende November erschienen rund 150 Gegner der Pferdesteuer im Ratssaal und machten ihrem Unmut Luft. Damals winkten die Politiker das Haushaltssicherungskonzept noch durch und gaben der Verwaltung auch den Auftrag, ein Konzept zur Erhebung einer Pferdesteuer zu prüfen.

Am Donnerstagabend kamen rund 100 Reiter zur Ratssitzung. Viele hatten Protest-Buttons an der Jacke. Sie verließen den Saal recht zufrieden. Und auch in anderen Kommunen dürften Pferdebesitzer aufatmen. Wenn Sehnde eine Pferdesteuer einführe, könnte so manche andere Stadt und Gemeinde auf die gleiche Idee kommen, hatten sie zuvor befürchtet.

Vorholt machte indes deutlich, dass eine Pferdesteuer möglicherweise die Existenz kleiner Reiterhöfe in Sehnde gefährde. Diese Abgabe könnte außerdem zu einer Steuerflucht in Nachbarkommunen führen. Sie habe sogar schon gehört, dass Pferdebesitzer ihre Tiere vorsichtshalber aus dem Stadtgebiet abgezogen haben, sagte Vorholt. Sie erinnerte auch an die Arbeit in den Reitvereinen, die insbesondere Kindern und Jugendlichen zugutekomme. Außerdem bringe eine Pferdesteuer bei recht geringem Ertrag einen enormen Verwaltungsaufwand im Rathaus mit sich: „Und die Verwaltung hat wirklich Besseres zu tun“, sagte Vorholt.

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