Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Neue Sporthalle soll an die Chausseestraße

Sehnde Neue Sporthalle soll an die Chausseestraße

Das wahrscheinlich größte und teuerste städtische Bauprojekt der jüngsten Zeit bekommt erste Konturen. Der Ersatz für die im Juni 2016 abgebrannte Halle an der Waldstraße soll nicht an derselben Stelle entstehen, sondern im Bereich nördlich der Chausseestraße neben den Sportplatz Trendelkamp.

Voriger Artikel
Glandorf ist aus ihrer Elternzeit zurück
Nächster Artikel
IGS bietet drei verkaufsoffene Sonntage an

Die Zuhörer im Ratssaal studieren während der Sitzung die überdimensinale Matrix, mit der die Verwaltung die Entscheidung über den Turnhallenbau erleichtern will.

Quelle: Achim Gückel

Sehnde. Dort können dann sogar zwei Hallen entstehen, die zugleich die 45  Jahre alte und sanierungsbedürftige Turnhalle I an der Feldstraße ersetzen könnten.
Für diese grundsätzliche Marschroute gab es am Mittwochabend in einer gemeinsamen Sitzung des Sehnder Ortsrats und des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Soziales klare Mehrheiten.

Vorausgegangen war eine ausführliche Debatte. Denn die jetzt favorisierte sogenannte 2-C-Variante des Neubauprojekts ist zugleich auch die teuerste. Die Stadtverwaltung hat dafür in einer ersten vorläufigen Kalkulation 17,5 Millionen Euro aufgerufen.

Zur Diskussion standen drei verschiedene Varianten samt mehrerer Untervarianten für eine komplexe Herausforderung: Denn es muss nicht nur Ersatz für die abgebrannte Halle her, die Kooperative Gesamtschule (KGS) braucht außerdem zusätzliche Räume, und die alte Halle an der Feldstraße muss in absehbarer Zeit saniert werden.

SPD-Fraktionschef Olaf Kruse plädierte dafür, die diese komplizierten Gemengelage als große Chance zu erkennen und sie beherzt zu ergreifen. Das gelinge nur, wenn der Erweiterungsbau der KGS auf dem Gelände der abgebrannten Halle an der Waldstraße entstehe und am Trendelkamp, wenige Hundert Meter von der KGS entfernt, quasi ein neues, großes Sportzentrum entstehe. Er appellierte, nicht nur „den Sprung über drei Meter zu machen“. Rot-Grün wolle daher alle Varianten mit einem Sporthallenneubau an der Waldstraße ad acta legen.

Auch Ralf Marotzke (CDU) schlug in diese Kerbe. Der Vorsitzende des größten Sehnder Sportvereins, TV Eintracht, und des Sportrings konzentrierte sich insbesondere auf den schlechten Zustand der Sporthalle Feldstraße  I. Er präsentierte Bilder von defekten Fenstern, Schäden an Holzverkleidungen und Sanitäreinrichtungen. All das erfordere hohen Investitionen, der allerdings bei einem Bauprojekt mit zwei neuen Hallen an der Chaussestraße nicht anfallen würde. Die Halle Feldstraße  I solle man im Zuge der 2-C-Variante „am besten einfach erledigen“.

Marotzke betonte ebenso wie Sozialdemokrat Wolfgang Toboldt, dass der Neubau einer Halle an der Waldstraße enorme Eingriffe in das Papenholz nötig machen würde. Dort müsste großflächig abgeholzt werden. Und schließlich sei die Finanzierung für das Neubauprojekt an der Chausseestraße angesichts der derzeit niedrigen Zinsen „so günstig wie nie“.

Der Christdemokrat betonte aber, all das sei seine persönliche Ansicht. In seiner Fraktion stünden noch Beratungen an, betonte Marotzke. Am Mittwochabend äußerte sich daher auch noch kein weiterer Christdemokrat zu dem Thema. Endgültig über die Marschroute beim Sporthallenbau entschieden wird in der Ratssitzung am 9. Februar ab 18 Uhr im Ratssaal.

Letztlich stimmten sechs Mitglieder des Ortsrats mit Ja für den großen Wurf beim Sporthallenneubau (vier Enthaltungen). Bei der Abtimmung im Ausschuss gab es acht Ja-Stimmen (drei Enthaltungen). Wolfgang Ostermeyer (AfD) votierte als einziger gegen diese Variante. Er sprach sich für einen von der Stadtverwaltung auf bis zu 13,5 Millionen Euro Kosten taxierten Neubau der Sporthalle am alten Standort an der Waldstraße sowie eine Erweiterung der KGS zwischen Bonhoefferhaus und Mensa aus. Das gewährleiste kurze Wege im Schulbetrieb, sagte Ostermeyer. Die Turnhalle Feldstraße  I „ohne Not“ abzureißen komme einer Vernichtung von Werten gleich. Zunächst müsse klar sein, welchen Buchwert dieses Gebäude noch habe.

Auch KGS-Leiter Carsten Milde kam in der Sitzung am Mittwochabend zu Wort. Er betonte, dass der etwa 350 lange Fußweg vom Schulgelände bis zum möglichen neuen Standort der Sporthallen an der Chausseestraße im Schulbetrieb kein Problem darstelle.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wqmmwx8a2qgkpt52ls
Grundschüler lauschen der Händlerin der Worte

Fotostrecke Sehnde: Grundschüler lauschen der Händlerin der Worte