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Fachbereichsleiter Bürgerservice hört auf

Sehnde Fachbereichsleiter Bürgerservice hört auf

Ein Urgestein geht: Nach fast 41 Jahren in der Sehnder Stadtverwaltung ist Ralf Neumann, der Fachbereichsleiter Bürgerservice, in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Ralf Neumann, Fachbereichsleiter Bürgerservice in Sehnde (rechts), wird nach 40 Jahren von Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke in den Ruhestand verabschiedet.

Quelle: Kühn

Sehnde. Nun ist er weg. Gestern hat Ralf Neumann seinen letzten Arbeitstag absolviert, der allerdings mehr eine Verabschiedungsrunde an alter Wirkungsstätte war. Genau 40 Jahre und elf Monate seiner mehr als 46-jährigen Berufstätigkeit hat er in Sehnde verbracht - und dort eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Zunächst Verwaltungsangestellter, wechselte er nach der Bundeswehr als Beamter in den mittleren, danach in den gehobenen und vor gut drei Jahren in den höheren Dienst. Als städtischer Oberrat geht er nun in Rente.

Weil er vorwiegend im Schulbereich tätig war, hat er Generationen kommen und gehen sehen, den Bau des Schulzentrums und der KGS genauso wie die Auflösung der Orientierungsstufe und die Einführung der Ganztagsschulen begleitet. Als schwersten Tag seiner Laufbahn hat er den Großbrand an der KGS im März empfunden: „Das war eines meiner emotionalsten Erlebnisse und hat mich sehr berührt“, gesteht der 61-Jährige. „Darauf hätte ich gerne verzichtet.“

Manches habe sich auch nach 40 Jahren nicht geändert. Er trage beispielsweise immer noch Kleidergröße 48, schmunzelt Neumann. Ansonsten sei aber fast alles anders. Statt etwa mit Wachsmatritze auf der Schreibmaschine zu hantieren, regiere heute der Computer - was auch seine private Leidenschaft ist. Wer kennt denn noch den HP 680? War denn früher alles besser? „Nein, das ist Quatsch, nur anders. Früher hatte man andere Ziele.“

Ein Schaukelstuhl gehört noch nicht zu seinem Inventar, dafür ein E-Bike, mit dem der Sportbegeisterte und seine Frau viel unterwegs sind. Sein Englisch will er noch verbessern, außerdem Spanisch lernen und viel reisen - aber mit Kreuzfahrtschiff statt Flugzeug.

Keine Angst vorm schwarzen Loch

Mit Ralf Neumann (61) sprach Redakteur Oliver Kühn über seinen Abschied und den bevorstehenden Ruhestand.

Der letzte Arbeitstag nach 40 Jahren: Was ist das für ein Gefühl?

Mental ist der Abschied schon da, im Bauch ist er aber noch nicht angekommen. Da kann man nicht von heute auf morgen den Schalter umlegen und erledigt noch ganz normal Dinge. Auch an seinem letzten Arbeitstag.

Haben Sie Angst, dass Ihnen die Decke auf den Kopf fällt?

Mitnichten. Ich falle nicht ins Schwarze Loch und gerate auch nicht in Panik. Man muss sich Zeit nehmen und nicht alles auf einmal machen wollen. Ich habe Interesse an Programmierung und kann meinem selbstständigen Schwager noch bei seinen EDV-Geschichten unterstützen.

Freut sich Ihre Frau, dass Sie jetzt ständig zu Hause sind?

Ja, die freut sich riesig. Sie arbeitet ja noch und muss jetzt nicht mehr auf meine Termine Rücksicht nehmen. Die Urlaubsplanung war früher immer ein Gräuel.

Von Oliver Kühn

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