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Rethmar darf zunächst nur im Westen wachsen

Sehnde Rethmar darf zunächst nur im Westen wachsen

Der Sehnder Rat hat sich mit der Mehrheit der CDU/FDP-Gruppe und der AfD am Donnerstagabend für die Entwicklung neuen Baulands in Rethmars Westen ausgesprochen. Die Forderung der Gruppe SPD/Grüne, gleichzeitig im Osten des Ortes ein Baugebiet zu entwickeln, wurde dagegen abgelehnt.

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Für die Fläche westlich des ehemaligen Bundessortenamts in Rethmar hat der Rat eine Erweiterung der Wohnbebauung auf den Weg gebracht.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Sehnde. Bauwillige können sich freuen: Der Rat hat für den Ortsteil Rethmar ein neues Baugebiet ermöglicht. Für die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans gab es aber im Rat allerhand Diskussionen. Denn die CDU möchte zunächst ein Baugebiet im Westen Rethmars entwickeln. Die Stadt hat dazu in den vergangenen Jahren komplizierte Verhandlungen mit Grundstücksinhabern geführt und nach und nach Flächen für das Vorhaben südlich der B 65 erworben. Das künftige Baugebiet wird sich aus Richtung Sehnde kommend am Ortseingang auf der rechten Seite befinden. Es zieht sich in Richtung Süden bis über das Gewässer Donau hinweg, etwa bis zum Beginn der bestehenden Bebauung im Bereich Rohrbeckweg und Von-Rutenberg-Anger.

Die Sehnder SPD lehnte in der namentlichen Abstimmung die Entwicklung des Baugebiets im Westen des Ortes Rethmar ab. Die Sozialdemokraten wollten das Gebiet nur unter der Bedingung entwickeln, dass gleichzeitig im Osten Sehndes ein neues Baugebiet entsteht. Die Änderung des Flächennutzungsplans für beide Flächen im Osten und im Westen hatte auch die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage empfohlen. Doch die Mitglieder im Stadtentwicklungsausschuss hatten das Papier dann dahingehend geändert, das zunächst nur der Westen berücksichtigt wird.

Max Digwa sprach sich wie der Ortsrat Rethmar vehement für das Baugebiet im Osten aus: Damit könne man vor allem den Schulweg der Kinder sichern. Die Kinder könnten dann durch das neue Wohngebiet zur Schule gehen und müssten nicht wie bisher auf einem nicht ungefährlichen Trampelpfad entlang der Bundesstraße 65 zur Grundschule gelangen. "Es sind auch ihre Kinder, die da zur Schule gehen", warnte Digwa.

Edgar Bäkermann (SPD) verwies auf das Regionale Raumordnungsprogramm, das für Sehnde ein größeres Wachstum in Rethmar, Ilten und Sehnde vorsehe. Er plädierte für die zeitgleiche Entwicklung beider Baugebiete in Rethmar Ost und Rethmar West. Der Ort habe seit dem Jahr 2000 keine Bauplätze ausweisen können: "Und warum sollen wir zweimal Geld für das Verfahren ausgeben - etwa für Planung, Veröffentlichung oder Bekanntmachung?"

Die Christdemokraten ließen sich von diesen Begründungen nicht beeindrucken. Die Schulwegsicherung allein als Argument, um ein Baugebiet in Rethmars Osten zu entwickeln, reiche nicht aus, war man sich bei der CDU einig. So hatte bereits die CDU im Ortsrat Rethmar darauf hingewiesen, dass zwei Baugebiete mit einem prognostizierten Bevölkerungszuwachs von 550 Neubürgern bis 2030 in dem Ort zu viel seien. Das würde die Dorfgemeinschaft überfordern.

Zudem habe die Stadt die Flächen im Westen bereits erworben und Ausgaben getätigt, während im Osten die Grundstücksverhältnisse noch ungeklärt seien, argumentierten die Christdemokraten weiter. Jonas Renz (FDP) warb aber dafür, in Zukunft die kleinen Ortsteile im Blick zu behalten. "Wir können nicht alles auf die großen Orte konzentrieren", mahnte er.

SPD fordert namentliche Abstimmung

SPD-Fraktionschef Olaf Kruse beantragte zur Änderung des Flächennutzungsplans in Rethmar eine namentliche Abstimmung. Nachdem ein Drittel der für dieses Verfahren geforderten Ratsmitglieder dem zustimmten, wurden die Kommunalpolitiker nacheinander alphabetisch aufgerufen und um ihr Abstimmungsergebnis gebeten. Die CDU/FDP-Gruppe und die AfD machten mit einer Mehrheit von 16 Stimmen den Weg für eine Bebauung im Westen des Ortes Rethmar frei. 14 Ratsmitglieder der Gruppe SPD/Grüne sowie der Vertreter der Linken stimmten dagegen. Laut Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, der sich enthielt, ist damit eine Bebauung im Osten aber nicht dauerhaft ausgeschlossen. Wenn der Rat nach der Sommerpause mehrheitlich entscheide, dass dort gebaut werden solle, könne der Flächennutzungsplan immer noch geändert werden. "Der Rat ist immer Herr des Verfahrens", sagte Lehrke. Eine namentliche Abstimmung wie in der letzten Sitzung habe er aber in seinem Amt bisher noch nicht erlebt.

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