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Politiker wollen neue Bundesstraße 65 nicht

Sehnde Politiker wollen neue Bundesstraße 65 nicht

Der Rat der Stadt Sehnde hat sich klar positioniert. Er will keine neue B-65-Trasse, welche die Landschaft in weiten Teilen des Stadtgebiets zerschneidet und Bilm einzwängt. Dem entsprechenden Vorhaben im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans erteilten die Politiker nahezu einmütig eine Absage.

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Breite Ablehnung für eine neue B65-Trasse: Der Rat der Stadt Sehnde sagt Nein zu dem im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit höchster Priorität aufgeführten Projekt.

Quelle: Achim Gückel

Sehnde. Bis zum kommenden Montag hat die Stadt Sehnde noch Zeit, ihre Stellungnahme zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVP) 2030 nach Berlin zu schicken. Und diese fällt eindeutig aus. Es gibt ein klares Nein zu den Plänen, eine Umgehung für Ilten zu bauen, die zwischen der Ortschaft und Bilm verlaufen würde. Und es gibt ein klares Nein zu einer neuen B-65-Trasse nördlich von Dolgen, Evern und Rethmar. Diese würde eine „absolute Zerschneidung der Landschaft“ mit sich bringen (Edgar Bäkermann, SPD), eine „Parallelautobahn zur A 2“ mit weiteren Verkehrsmassen nach Sehnde bringen (Bernd Ostermeyer, CDU) und die Probleme der Überlastung aktueller Fernverkehrswege auch nicht nachhaltig lösen (Günter Pöser, Grüne).

Ob die Stellungnahme aus Sehnde in Berlin Gehör findet, ist schwer einzuschätzen. Möglicherweise sorgt sie aber dafür, dass das Projekt in seiner Priorität nach hinten rutscht. Erst im Herbst wird der Bundestag den BVP 2030 endgültig verabschieden.

Für die ablehnende Stellungnahme, in der Sehnde klar eine Verbreiterung der Autobahn 2 auf acht Fahrspuren statt einer neuen B 65 fordert, stimmten fast alle Ratspolitiker. Nur Wolfgang Toboldt und Ronald Siegismund (beide SPD) trugen die Stellungnahme nicht mit und stimmten mit Nein. „Was passiert, wenn die A 2 nicht verbreitert wird“, fragte Toboldt. Er glaube nicht an die Verbreiterung der Autobahn.

Zu Beginn der Ratssitzung hatten mehrere Rethmarer nachdrücklich für eine neue Trassenführung der B 65 außerhalb Rethmars, Everns und Haimars geworben. Denn auf den Ortsdurchfahrten gebe es „rund um die Uhr Lärm, Gefahren und Abgase“, sagte einer. Die Lage werde immer schlimmer, der Verkehr sei „unerträglich“ und die Meinungsbildung zur im BVP vorgelegten Trasse der B 65 sei bisher einseitig betrieben worden. Der Blick auf Aspekte der Umwelt, der Naherholung und der Zerschneidung sei mithin einseitig. Sehndes Ortschaften würden vielmehr in zwei Wertstufen eingeteilt, sagte ein Bürger: „In einer haben die Bürger Ruhe, in der anderen haben sie die B 65“.

Die SPD-Ratsfraktion brachte indes einen Antrag auf den Weg, der auch die geplagten Anwohner der Bundesstraße entlasten soll.

Sieben-Punkte-Plan gegen den Lärm von Bundesstraße

Der Rat der Stadt lehnt die neue Trasse für die B 65 in Sehnde zwar ab. Aber er will im Gegenzug auch die Anwohner der viel befahrenen Bundesstraße entlasten. Die Politiker stimmten einmütig für ein entsprechendes Programm der SPD. Es stellt unter anderem die Forderung nach einer schnellen Sanierung der B 65-Ortdurchfahrt in Rethmar auf.

Sieben Punkte umfasst das Papier der SPD, dem im Rat auch Redner aller anderen Fraktionen zustimmten. Die Sanierung der Ortdurchfahrt in Rethmar ist dabei die Forderung Nummer eins. Dieser Wunsch sei bereits 25 Jahre alt, der Verkehrslärm auf der löchrigen Fahrbahn mit klappernden Gullydeckeln sei unerträglich. „Wir wollen eine konrekte Aussage, wann die Sanierung beginnt“, sagte Olaf Kruse, Faktionsvorsitzender der SPD.

Darüber hinaus fordern die Politiker die Installation von Geschwindigkeitsanzeigen in der Nähe aller Ortseingänge an der B 65. Die Stadtverwaltung soll außerdem prüfen, ob ein Nachtfahrverbot für Lastwagen oder alternativ eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf Tempo 30 in den Ortschaften möglich ist.

Mehr noch: Die SPD regt eine Prüfung an, ob eine Mautpflicht für Lastwagen auf dem Abschnitt der B 65 östlich der Sehnder Umgehung möglich ist. Sie fordert feste Blitzer an den Ortseingängen von Rethmar, und sie will wissen, ob der Bund Zuschüsse für Schallschutzmaßnahmen an den Gebäuden von B 65-Anliegern gewähren könnte. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob weit vor den Eingängen von Ilten, Sehnde, Rethmar, Evern und Haimar Tempo-70-Schilder errichtet werden können.

All dass fordert der Rat einmütig. Ob aus den Maßnahmen etwas werden kann, müssen nun die Prüfungen der Stadtverwaltung in Abstimmung mit weiteren zuständigen Behörden ergeben.

Iltens CDU will die Bushaltebuchten zurück

Forderungen stellt auch der CDU-Ortsverband in Ilten auf. Dort hatte der Ortsrat ebenfalls die neue B 65 samt Umgehung für den Ort abgelehnt. Die Christdemokraten regen nun aber Maßnahmen an, die den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt besser fließen lassen könnten: die Wiedereinrichtung der bei der jüngsten Umgestaltung der Straße weggefallenen Haltebuchten für Busse, damit diese nicht mehr den Verkehr aufhalten, Ampelschaltungen mit längeren Grünphasen für den Durchgangsverkehr, bessere Abstimmungen der Ampeln aufeinander und deren komplette Abschaltung von 20 bis 6 Uhr.

Von Achim Gückel

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